Aufsatz 
Der deutsche Lesestoff für Quinta
Entstehung
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mit Zwergobſtbäumen in verſchiedenen Formen bepflanzt, die Südſeite der hohen Straßenmauer da⸗ gegen mit den feineren Steinobſtgattungen, Pfirſichen und Aprikoſen in verſchiedenen Spalierformen, ſowie mit einigen frühen reblausfreien Rebſorten. Die Gemüſeländereien erhalten abwechſelnd alle 2 Jahre eine friſche Düngung und werden abwechſelnd mit Pflanzen, welche friſche Düngung lieben, wie Kohlarten, Spinat, Salat, Gurken, Sellerie, und ſolchen, 6welche alte Bodenkraft vorziehen, wie Zwiebeln, Lauch, rothe Rüben, Schwarzwurzeln, Erbſen, Bohnen, Möhren ꝛc., bebaut. Im Jahre 1887 wurden folgende Gemüſegattungen im neuen Verſuchsfelde kultivirt: Kohlſorten 42; Wurzeln und Rüben 22; Salatarten 16; Spinatarten 4; Zwiebeln 6; Lauch 4; Gurken 6; Pflückerbſen 6; Stangen⸗ und Buſchbohnen 10; Puffbohnen 2.

Mit der eigentlichen Landwirtſchaftsſchule ſind verbunden: 1) eine landwirtſchaftliche Winter⸗

ſchule; 2) landwirtſchaftliche Unterrichtskurſe für Elementarlehrer. 1) Die landmwirtſchaftliche Winterſchule

iſt eine auf die Volks⸗ reſp. Fortbildungsſchule weiter bauende Fachſchule, beſtehend aus 2 Winter⸗ kurſen. Dieſelbe hat die Aufgabe, den Söhnen ſolcher Landwirte, welche auf eine tüchtige Berufs⸗ bildung bedacht ſind, die Berechtigung zum einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt jedoch nicht beanſpruchen, Gelegenheit zum Erwerb der nötigſten Kenntniſſe zu geben, welche zu einem rationellen, den Zeit⸗ verhältniſſen entſprechenden Betriebe der Landwirtſchaft erforderlich ſind. Das Schulgeld beträgt halbjährlich 50 Mark.

Der Lehrplan war im Winter 1887/88 folgender:

Untere Abteilung(1. Kurſus): Obere Abteilung(2. Kurſus): Wöchentl. 3 St.(mit V).. Deutſch...(mit V).. wöchentl. 3 St. 3(mit IV). Nechnen...(mit IV).. 3 4(mit III. Phyſik.(mit III)... T Zoologie.(mit II). 4 6 landwirtſchaftliche Botanik und Pflanzenproduktionslehre... 6 5 10(mit III II und I) Tierproduktionslehre(mit III II und 1 3 8 4.... Tierheilkunde.. 7 4 6 2(mit I) landwirtſchaftliche Betriebslehre(mit 1).. 8 2 Wöchentl. 32 St. Wöchentl. 32 St.

2) Die landmirtſchaftlichen Anterrichtskurſe für Elementarlehrer behufs Ausbildung derſelben für ländliche Fortbildungsſchulen, errichtet auf Befehl Sr. Excellenz des Herrn Miniſters für Landwirtſchaft, Domänen und Forſten, beſtehen aus 2 kombinierten Kurſen von je 5 Wochen, deren Lehrplan auszüglich folgender iſt:

Kurſus A. Kurſus B. a) Landwirtſchaftslehre, wöchentlich 8 St.(Dr. Henkelmann). Pflanzenproduktionslehre. Tierproduktionslehre.

b) Chemie, wöchentlich 8 St.(Dr. Nauhaus). Sauerſtoff, Waſſerſtoff, Kohlenſtoff, Stickſtoff. Die übrigen Metalloide(beſ. Chlor, Schwefel, Phosphor, Silicium) und die für die Landwirt⸗ ſchaft wichtigſten Metalle(Kalium, Natrium, Cal⸗ cium, Aluminium, Eiſen). c) Zoologie und Botanik, wöchentlich 8 St.(Dr. Kienitz⸗Gerloff). Zoologie: Anatomie und Phyſiologie der Botanik: Anatomie und Phyſiologie der

landwirtſchaftlichen Haustiere. Pflanzen.

d) Landwirtſchaftliches Unterrichtsweſen, wöchentlich 8 St.(der Direktor).

Hospitieren in den Lehrſtunden der Anſtalt, Vorträge und Beſprechungen über Methodik des naturwiſſenſchaftlichen Unterrichts mit beſonderer Beziehung auf ländliche Fortbildungsſchulen.