Zur Entlaſſungsprüfung für das Winterſemeſter 1887/88 ſind 4 Schüler der I. Klaſſe zugelaſſen. Die ſchriftliche Prüfung iſt auf den 27. Febr.— 2. März, die mündliche Prüfung auf den 23. März feſtgeſetzt. Ueber den Ausfall derſelben kann erſt im nächſtjährigen Programm berichtet werden. 4
Was das Betragen der Schüler anlangt, ſo mußte ein Schüler der II. Klaſſe, welcher von einer andern Landwirtſchaftsſchule verwieſen und demgemäß in die hieſige nur bedingungsweiſe aufgenommen war, nach kurzer Zeit auch von hier eutfernt werden.
Die älteren Schüler der I. und II. Klaſſe waren auch für dieſen Winter zu den Vergnügungen
der hieſigen Kaſinogeſellſchaft eingeladen, wofür der verehrlichen Geſellſchaft der ergebenſte Dank der Anſtalt ausgeſprochen wird.
Die Themata für die größeren ſchriftlichen Arbeiten der Schüler waren folgende:
Deutſche Auffätze. Nl. 1. Die erſten acht Tage in der Tertia(Brief).— 2. Die Schädlichkeit der Zwietracht, gezeigt aus der Ilias.— 3. Warum heißt Odyſſeus der Erfindungsreiche?— 4.„Böſes muß mit Böſem enden“, gezeigt aus der Odyſſee.— 5. a) Der Ring des Polykrates. b) Die Kraniche des Ibykus(zur Auswahl, Probearbeit).— 6. Der ioniſche Aufſtand(nach Herodot).— 7. Der Zug des Xerxes von Sardis bis Thermopylä(nach Herodot).— 8. Welche Tugenden und welche Fehler zeigen die Griechen im erſten Perſerkriege (499— 449)?— 9.„Friede ernährt, Unfriede verzehrt“, gezeigt an der Geſchichte der Griechen.— 10. Wodurch haben die alten Römer ſo große Macht erlangt?— 11. Probearbeit.
lI. 1. Siegfrieds Tod, nach dem Nibelungenliede. 2. Wie wird uns das Leben der Ritter im erſten Teile des Nibelungenliedes geſchildert?— 3. Cid in ſeiner Familie.— 4. Das Verhalten des Rudenz ſeinem Oheim gegenüber.— 5. Was treibt die Schweizer in Schillers„Tell“ zur Empörung?(Probearbeit).— 6. Inhalt des erſten Aktes von Göthes„Götz von Berlichingen“.— 7. Wie ſchildert Göthe im„Götz“ die Geiſtlichkeit?— 8. Der Charakter des Dunois in Schillers„Jungfrau von Orleans“.— 9. Inhalt des fünften Aktes von Schillers„Don Carlos“.— 10. Wie ſchildert Göthe im„Egmont“ das Volk?— 11. Probearbeit.
1. 1. Wallenſteins Pläne, nach Schillers„Wallenſtein“.— 2. Rechtfertigungsſchreiben des Majors von Tellheim an König Friedrich den Großen Brief).— 3.„Aber nichts iſt verloren und verſchwunden, Was die geheimnisvoll waltenden Stunden In den dunkel ſchaffenden Schoß aufnahmen. Die Zeit iſt eine blühende Flur, Ein großes Lebendiges iſt die Natur Und alles iſt Frucht und alles iſt Samen.“ Gezeigt an Beiſpielen. — 4. Wie verhalten ſich die einzelnen Charaͤktere in Leſſings Nathan zu dem Grundgedanken des Stückes?— 5. Mit welchem Rechte heißt Friedrich Wilhelm von Brandenburg der große Kurfürſt?(Abituriententhema, zugleich Probearbeit für die übrigen Schüler).— 6.„O weh der Lüge! Sie befreiet nicht, Wie jedes andre, wahrge⸗ ſprochne Wort, Die Bruſt, ſie macht uns nicht getroſt, ſie ängſtet, Den, der ſie heimlich ſchmiedet, und ſie kehrt, Ein losgedrückter Pfeil, von einem Gotte Gewendet und verſagend, ſich zurück Und trifft den Schützen.“ Gezeigt an Beiſpielen.— 7. Brief Dorotheas an den Richter, am Tage nach ihrer Ankunft im Hauſe des Löwenwirts (Göthes„Hermann und Dorothea“).— 8. Rede zum zweitauſendjährigen Gedächtniß der Schlacht bei Noreja(1888). 9. Die Landwüttſchaft im Lichte der Schillerſchen Poeſie.— 10. Abiturienten⸗ und Probearbeit.— 11. Die Vorfabel zu Schillers Braut von Meſſina.
Naturwiſfenſchaftliche Arbeiten. 4) In der Botanik und Zoologie: IIl. 1. Vergleichung des Apfel⸗ und Birnbaums.— 2. Vergleichung von Prunus, Pirus, Fragaria, Potentilla, Rosa, Rubus und Geum. — 3. Vergleichung der Familien Asperifoliae, Solanaceae und Convolvulaceaeé.— 4. Vergleichung mehrerer Umbelli⸗ feren.(Probearbeit).— 5. Das Gebiß der Säugetiere und die Schnabelbildung der Vögel im Zuſammenhang mit der Nahrungsweiſe.— 6. Der Körperbau und die Einteilung der Fiſche.— 7. Vergleichung mehrerer Käfer.— 8. Probearbeit.
Il. 1. Vergleichung der Eiche u Gewebeformen.— 3. Der Bau und das Entſtehung und Wanderung der organiſchen gliedmaßen bei den Gliederfüßlern.— 6. D
tiere.— 8. Probearbeit. 2: 1. 1. Die Fortpflanzung der Thalluspflanzen.— 2. Vergleichung der Befruchtungsorgane und Gene⸗
rationen bei Mooſen, Gefäßkryptogamen und Phanerogamen(Probearbeit).— 3. Die Mollusken.— 4. Probearbeit.
B) In der Phyſik, Chemie und Mineralogie: lII. 1. a) Wieviel g Na ſind erforderlich, um 32 g H darzuſtellen und wieviel Waſſer wird dabei zerſetzt? b) Wie viel g. O laſſen ſich aus 50,5 g HgO ent- wickeln und wie viel Iig wird dabei frei?— 2. a) Wie viel Zu und HI.SO, iſt erforderlich, um 21,5 1 H darzu⸗ ſtellen? b) Wie vielg HO entſtehen bei der Verbrennung von 1 chm Knallgas?— 3. a) Wie viel g NOgH ſind zur Neutraliſation von 27,5 g NaOH erforderlich? b) Um 38,4 g H. SO. zu neutraliſieren braucht man wie viel g KOlI, und wie viel H,O wird dabei gebildet?— 4. Entſtehung und Eigenſchaften des Ammoniaks.(Probearbeit.) — 5. a) Ein Hebel von 1,24 m Länge iſt 0,08 m von dem einem Ende entfernt unterſtützt, an dem kurzen Arme befindet ſich eine Laſt von 27,28 kg; welche Kraft iſt am langen Arme erforderlich? b) Ein einarmiger Hebel vön 2,16 m Länge wird an dem einen Ende durch eine Kraft von 80,8 kg gehoben; wie weit vom Stützpunkt muß die
ind Buche.— 2. Die Entſtehung der Pflanzengewebe und die verſchiedenen Wachstum der Wurzel bei Monokotyledonen und Dikotyledonen.— 4. Die Stoffe in der Pflanze(Probearbeit.)— 5. Die Ausbildung der Kopf⸗ ie Funktionen des Nervenſyſtems.— 7. Die Gehörorgane der Wirbel⸗


