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muthung ist haltlos. Man überzeugt sich bald, dass jene Gegenstände zwar in Stili- sierung und Zeichnung einem parbarisierenden Geschmack angehöõren, dass aber die darin bekundete äussere Fertigkeit im Giessen und Bearbeiten des Metalles eine hochentwickelte ist, wie sie nur eine Industrie von alter Tradition und ununterbrochenem Betriebe auf- zuweisen vermag. Von einer solchen Sicherheit der Erzarbeit und Goldschmiedekunst ist aber bei den Gegenständen, welche nach ihrem ganzen Charakter als echte Vertreter der einheimischen Industrie gelten müssen, in diesen Barbarenländern gar nicht die Rede. Andrerseits füllt jedem, der aufmerksam eine grössere Reihe Metallarbeiten unbestritten etruskischen Fundorts durchmustert, eine starke Verschiedenheit des sich in der Durch- führung, Zeichnung und Stilisierung kundgebenden Geschmackes auf; hier gewahrt man ctrenge Stilisierung nach orientalisch-griechischen Mustern, dort eine völlig barbarisierende Art der Zeichnung und die schlagendsten Parallelen für die diesseits der Alpen ge- fundenen Gegenstände der oben bezeichneten Art. Vor dem Ergebniss der Ausgrabungen besonders in der Umgegend von Bologna(Bomarzo und Villanova), welches als eine der hauptsächlichsten Ausgangsstätten dieses verwilderten Geschmackes gelten muss, ein punkt, auf den zurückzukommen unten Gelegenheit sein wird, zerflattert jene Annahme einheimischen, nach fremden Mustern arbeitenden Kunstgewerbes in Nichts.
So hielt auf der einen Seite Nationaleitelkeit, welche den Ruhm schon in der Urzeit hochentwickelter Metallinqustrie sich nicht nehmen lassen wollte, auf der anderen Seite ein durch ungenügende Umschau veranlasster wissenschaftlicher Irrthum die Er- kenntniss des Richtigen auf. Aber selbst in Fällen, wo der etruskische Charakter der Arbeit als solcher erkannt wurde, scheute man sich das Fabrikat selbst als etruskisch zu bezeichnen, weil man die Möglichkeit, wie derartige Gegenstände in nördliche Barbaren- länder gelangt sein könnten, nicht absah; ausdrückliche Zeugnisse der Alten lagen dar- über nicht vor; die etruskische Industrie erschien für solchen Massenexport nicht leistungs- fühig genug, die Schwierigkeit des Waarentransportes durch die Alpen in so früher LZeit unüberwindlich. Von diesen Bedenken weiter unten. Hier nur noch die Andeutung eines äusseren Hindernisses, welches dem Erkennen und Verfolgen der Spuren des aus Etrurien sich nordwärts bewegenden Tauschhandels entgegentrat. Die Gräberfunde in den einzelnen Ländern sind vielleicht ungleichmässig vom Glück begünstigt worden; sicher aber ist, dass sie nicht mit gleicher Gründlichkeit untersucht worden sind. Von einseitigem kunstgeschichtlichen Interesse geleitet, vernachlässigte man die Prüfung, ja oft genug die Aufbewahrung der Gegenstände des alltäglichen Gebrauches; nur was durch Grösse oder Absonderlichkeit hervorstach, fand Beachtung. Wie viel ist bei uns, wie viel mehr noch nach dem Zeugniss der Behörden und Forscher, welche jetzt dem Unwesen zu steuern suchen, in den Ländern der österreichischen Monarchie, und wie viel in Italien in den Schmelztiegel gewandert, weil es keinen Kunstwerth hatte! Und


