Aufsatz 
Die Schriftstellerlektüre der Ober-Sekunda nach den Grundsätzen der Konzentration : 2. Teil / von August Ahlheim
Entstehung
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der Anticipation v. 392 394 und 425 426 wird der Ausgang bereits angedeutet, aber entsprechend der Objektivität der Darstellung durch die handelnde Person und nicht durch den Dichter.

Von Gesang XIV(Ankunft bei Eumaios) ab schreitet die Handlung unaufhaltsam der Katastrophe zu. Die Entwicklung des Konflikts, der hervorgerufen wird durch die stetig sich steigernde d⁴μρσσς der Freier und die Vorbereitungen zu der dadurch als gerecht und notwendig er- scheinenden Rache, bildet den leitenden Gesichtspunkt. Dass dabei die Treue in ihren verschie- densten Gestalten erscheint, bildet den Konzentrationspunkt mit den übrigen Unterrichtsstoffen.

Odysseus hört, dass die Freier seine Habe verzehren, sein Weib belästigen und seinem Sohne nachstellen(Anfang der ugοις!). Bemerkenswert für den Kulturzustand ist die Heilig- keit des Gastrechts, die milde Form der Sklaverei, die Schätzung des Vermögens nach Vieh (cf. lat. pecunia von pecus und goth. faihn in derselben Bedeutung!), der feste, mit einer Mauer eingefriedigte Wohnsitz des Eumaios, der Hirtenwohnung und Ställe enthält. ¹) Die Leicht- gläubigkeit der Penelope und der Unglaube des Eumaios hinsichtlich der Rückkehr des Odysseus sind nur verschiedene Kusserungen desselben Gefühls der Treue. Eumaios besteht jede Probe, auf die ihn Odysseus in der Folge stellt. Einen sichtbaren Ausdruck findet seine Treue in der am Ende des Buches erzühlten Nachtwache. Charakteristisch für den epischen Stil ist dabei die Umsetzung des Körperlichen in Handlung(cf. Lessing, Laokoon cap. XVI.). Um uns die Ausrüstung des Eumaios zu dieser Nachtwache zu beschreiben, lässt sie ihn der Dichter Stück für Stück vor unsern Augen anlegen. v. 199320 die angeblichen Schicksale des Odysseus und v. 409 456 die Rückkehr und das Abendessen der Hirten bleiben als unwesent- lich weg.

Vom Gesang XV gehört ein grosser Teil der sogenannten Telemachie an. Wir lesen davon nur, was für den Gang der Haupthandlung von Bedeutung ist, d. h. zunächst v. 92 181 den Abschied Telemachs von Menelaos. Das Wunderzeichen bereitet passend den Sohn auf das Zusammentreffen mit seinem Vater vor. Die weiteren Versuche des Odysseus, den Hirten zum Glauben an die nahe Rückkehr seines Herrn zu bekehren, erweitern seine Kenntnis der Verhältnisse auf lthaka hinsichtlich seines Vaters und seiner Mutter. Die Schicksale des Eumaios sind für die Kenntnis der Kulturzustände, speziell der Sklaverei, wichtig. Die Landung Telemachs und seine Absicht zu Eumaios zu gehen bereiten sein Erscheinen in dessen Hütte vor(2 malige Verzahnung). Es folgt

Gesang XVI v. 1 320. Auch die Gesinnung seines Sohnes glaubt der kluge Odysseus prüfen zu müssen. Dieser sieht keinen Ausweg und ist daher bereit, sich geduldig in sein Schicksal zu fügen(v. 127). Interessant ist es von jetzt ab zu beobachten, welcher Charakter- wandel sich nach der Erkennung seines Vaters in dem Jüngling vollzieht(cf. den ähnlichen Charakterwandel des Hermann nach seinem Zusammentreffen mit Dorothea!). Diese weitere Aναeν‿Gποιͥ tZedeutet die Gewinnung des ersten Bundesgenossen zur Rache, abgesehen von Athene und Zeus v. 260. Mit ihm berät Odysseus die Vorbereitungen zum Freiermord. Von Bedeutung ist ferner v. 361 406 die Versammlung der Freier zum Zwecke der Ermordung des Telemach, da sie dem geheimen Auflauern gegenüber eine Steigerung der urοις der Freier darstellt. Doch noch graut es manchem vor dem Frevel, denn dειιν ϑε νσέ νοο ασαααO,Qf(02tCTTt reirstv. Deshalb wollen sie erst den Willen der Götter erfragen..

Gesang XVIII bringt die Vereinfachung des seither doppelten Schauplatzes(εριαις- Stadt; Rache-Land). Telemach, der sich geschickt in seine Rolle findet(v. 1315), geht zur Stadt, sein Reisebericht kann überschlagen werden und Odysseus folgt bald nach. Auf

¹) Moormeister, Das wirtschaftliche Leben. Freiburg im Breisgau 1891.