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der Guten zu der gleichgültigen Zerstreuung der Ruchlosen übergehen, und dann den Mörder zwar dumm, roh und laut, aber doch nur dem Kreise der Nachbarn vernehmlich, seine gaffende Bemerkung ausrufen lassen. Daraus entständen zwischen ihm und den nächsten Zuschauern Händel, dadurch würde das Volk aufmerksam u. s. w. Auf diesem Weg, sowie durch den Zug der Kraniche würde alles ganz ins Natürliche gespielt und nach meiner Empfindung die Wirkung erhöht, da jetzt der 15. Vers zu laut und bedeutend anfängt, und man fast etwas anderes erwartet. Wenn Sie hie und da an den Reim noch einige Sorgfalt wenden, so wird das übrige leicht gethan sein, und ich wünsche Ihnen auch zu dieser wohl- geratenen Arbeit Glück.“(SchG 22. August).
Am anderen Tage reihte Goethe noch folgende Bemerkung an:„Zu dem. was ich gestern über die Ballade gesagt, muss ich noch heute etwas zu mehrerer Deutlichkeit hin- zufügen. Ich wünschte, da Ihnen die Mitte so sehr gelungen, dass Sie auch noch an die Exposition einige Verse wendeten, da das Gedicht ohnehin nicht lang ist. Meo voto würden die Kraniche schon von dem wandernden Ibykus erblickt; sich, als Reisenden, verglich' er mit den reisenden Vögeln, sich, als Gast, mit den Gästen, zöge daraus eine gute Vorbe- deutung und rief' alsdann unter den Händen der Mörder die schon bekannten Kraniche, seine Reisegefährten, als Zeugen an. Ja, wenn man es vorteilhaft fände, so könnte er diese Züge schon bei der Schiffahrt gesehen haben. Sie sehen, was ich gestern schon sagte, dass es mir darum zu thun ist, aus diesen Kranichen ein langes und breites Phänomen zu machen, welches sich wieder mit dem langen verstrickenden Faden der Eumeniden, nach meiner Vor- stellung, gut verbinden würde. Was den Schluss betrifft, habe ich gestern schon meine Meinung gesagt. Uebrigens hatte ich in meiner Anlage nichts weiter, was Sie in Ihrem Ge- dicht brauchen können.“(23. August).
Entsprechend der Antwort Schillers(s. weiterhin), sowie in Uebereinstimmung mit, der vorher dargelegten Auffassung Goethes, die in seiner Eigenart begründet ist und aus dem Briefwechsel der beiden Dichter sich ergiebt, darf man„diese Worte wohl also begreifen:
Nach Goethes Idee sollte ja die Entdeckung der Mörder einzig durch das Erscheinen der Kraniche bewerkstelligt werden. Mit diesem Gedanken trat er an die Darstellung Schillers heran. Er fand aber das Motiv der Eumeniden neu eingeführt(s. S. 10).
Nun sah er allerdings in beiden Motiven, den Kranichen und den Eumeniden, die Mittel zur Lösung des Knotens, zur Herbeiführung des Schlusses, der Entdeckung, nicht aber auch in beiden die Hebel für den Ausruf des Mörders. Nach wie vor meinte er, der Ausruf werde auch in Schillers Dichtung nur durch die Kraniche bedingt.
Von diesen aber hatte Schiller in der Goethe vorliegenden Bearbeitung immer nur so gesprochen, als ob es,ihrer nur einige seien, nicht ein Zug, auch hatte er sie in der Ex- position nur einmal, bei der Ermordung des Ibykus, weiter aber nicht erwähnt; sie waren also sehr lose mit Ibykus verknüpft. Darum sei ihre Stellung in der Exposition, meinte Goethe, gegenüber der Wichtigkeit, die er ihnen für die Entwickelung unterstellte, eine un- verhältnissmässig unbedeutende.
Ferner hatte die ganze Art ihrer Behandlung ihm den Eindruck gegeben, dieselben Kraniche erschienen über dem Theater, die bei der Ermordung zugegen waren. Mit diesem Zuge hätte aber Schiller etwas Wunderbares in die Erzählung eingeführt. Dagegen musste Goethe Einspruch erheben. Er wollte vielmehr, dass alle Vorgänge in dem Gedichte


