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dieser an Böttiger über ihren gemeinschaftlichen Plan(Böttigers litterarische Zustände II 146, s. weiter S. 5) und schloss den ersten Brief nach Schillers Heimkehr:„ich wünsche, dass mir die Kraniche bald nachziehen mögen“(SchG 19. Juli). Schiller erwiderte, er wolle sein Glück an ihnen versuchen(21. Juli) und sprach eine Woche darauf in einigen Abschieds- worten an Goethe, der eben seine Reise antrat, die Hoffnung aus:„Vielleicht fliegt aus Ihrem Reiseschiff eine schöne poetische Taube aus, wo nicht gar die Kraniche ihren Flug von Süden nach Norden nehmen“(28. Juli).
So rasch nun, als Goethe es dachte, der am 26. Juli(SchG) schon glaubte,„die Kraniche fliegen zu sehen“, fand sich Schiller mit der neuen Aufgabe nicht ab:„Diese ruhen noch immer bei mir ganz, und ich vermeide selbst, daran zu denken, um einiges andere vorauszuschicken“(SchG 28. Juli). Am 11. August endlich fing er den Ibykus an(Kalender), am 16. war das Gedicht fertig(das.)..
Fertig jedoch nicht in der heute vorliegenden Gestalt. Die Strophen 18 und 20 unserer Fassung waren damals die 14. und 15.(SchG 22. August). Das Gedicht hatte in der ersten Bearbeitung im ganzen 6 Strophen weniger. Die reichere Ausstattung einzelner Partieen ist unmittelbar, die schärfere Ausprägung eines Teiles der Kompositionsidee mittelbar erst der Kritik und den Ratschlägen Goethes zu danken. Diesem wurde die Dichtung am 18. August zugesandt(Kalender). In dem Begleitschreiben heisst es:„Endlich erhalten Sie den Ibykus.“ Er habe, gesteht Schiller, in dem Stoffe mehr Schwierigkeiten gefunden, als er anfangs er- wartet; erst den Abend vorher fertig geworden, habe er die letzte Hand noch nicht daran legen können; Goethe solle es bald lesen, damit er noch von seinen Erinnerungen Gebrauch machen könne(17. August).
Er fand bereitwilliges Entgegenkommen. Nach der Lektüre des Gedichtes hat Goethe seine Absicht auf die Bearbeitung so gut wie völlig aufgegeben(SchG 22. August);„gern und förmlich“ überliess er, wie er später schreibt(Annalen s. 1804, Werke 31, 187), das Thema dem Freunde. Unter bestimmter Hervorhebung einzelner Punkte— wie er sich in der Folge deutlicher bewusst ward, der Idee, worauf er eigentlich seine Ausführung hatte bauen wollen(SchG 14. September)— teilte er Schiller detailliert mit was aus seinem Entwurfe für das Gedicht brauchbar sei. Insbesondere bezeichnete er die Erweiterung der Exposition um einige Strophen, die Einschiebung einer Strophe nach Strophe„14“ und eine mählichere Abwickelung des Schlusses als erforderlich(SchG 22. und 23. August).
„Was ich von Ihren Winken befolgen kann, geschieht gewiss“, antwortete Schiller (30. August) und sprach in aller Kürze sein Einverständnis mit den beiden ersten Vorschlägen Goethes aus, wenn auch bezüglich des zweiten mit einer gewissen Zurück- haltung. Am 7. September meldete er ihm dann, dass er jetzt nach seinem Rate wesentliche Veränderungen am Ibykus vorgenommen habe. Schiller hatte, den beiden ersten Vorschlägen Goethes gemäss, die Strophen 2, 3, 5 und 19 hinzugefügt. ¹) Dem dritten, die Entwickelung des Schlusses betreffenden Vorschlage konnte er, wie er ausführlich begründet,
¹) Vgl. Viehoff 92; nach Goedeke, Gedichte 240, und Wackernagel 1234 die Strophen 2, 3, 11, 19. Goedeke nimmt im Vorwort das, den Nachweis der eingeschobenen Strophen für sich in Anspruch, s. aber schon Götzinger I 218.


