Aufsatz 
Der Dom zu Limburg : eine historisch-architektonische Skizze / von L. Abt
Entstehung
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105 Fuss sich erhebende Kuppel, von welcher ein reiches Licht sich in das Querschiff und Chor ergiesst, und ruht mit voller Befriedigung in dem dreifachen Galerienkranz des Chores mit seinen schönen Gewölbeformationen«.

Wir müssen uns auf diese kurzen Hinweisungen beschränken, ohne auf die vielen einzelnen architektonischen Schönheiten dieses herrlichen Gotteshauses eingehen zu können. Es bleibt uns noch die Aufgabe, einiges über die letzte Restauration desselben hervorzuheben.

IIl. Die Restauration des Domes.

Wie schon oben erwähnt, wurde in den jahren 18711877 der ganze Dom nach dem vom Baumeister Hubert Stier zu Berlin auſgestellten Entwurfe nacheinander unter Leitung des damaligen Dombaumeisters Au- gener und des Bauführers C. Junker einer gründlichen, sich auf das Aeusssere und Innere erstreckenden und durchaus glücklichen und wohlgelungenen Restauration unterzogen. Denn man fasste dabei das grossartige Bauwerk, entgegen den früheren Restaurierungen, ganz im Geiste seiner Zeit auf und war bedacht, nichts Neues hinzuzufügen, sondern das Alte wieder herzustellen. In Anbetracht des grossen kunst- geschichtlichen Wertes unseres Domes wurde von dem kgl. preussischen Fiscus, dem Eigen- tümer desselben, unter Zustimmung der Volksvertretung, in überaus anerkennenswerter Weise die Kosten der Wiederherstellung bercitgestellt, die sich im ganzen auf mehr als 120 000 Thlr. belaufen. In ausführlicher Weise hat Baurat Cremer über die Arbeit der Restaurierung des Domes berichtet in der Zeitschrift für Bauwesen von G. Erbkam, 24. Jahrgang, S. 42 ff. In unserer Darstellung müssen wir uns auf einige kurze Angaben beschränken.

Was das Aeussere betrifft, so wurde zunächst der Verputz entfernt, alle schadhaften Einzelteile, wie Gesimse, Säulen, Fenstergewände, Wasserschlage, Ecksteine der Lisanen, teilweise ausgebesert, teilweise durch neue ersetzt und die Fugen der dazwischen liegenden Mauerstufen mit gefärbtem Mörtel ausgefüllt. Die in den Ecken neben der Rosette über dem Hauptportal befindlichen, stark verwitterten Symbole der vier Evangelisten wurden neu her- gestellt, sowie die Statue des hl. Georg. Durch diese am Acusseren vollzogene Reinigung und gleichzeitigen Reparaturen trat die äussere Schönheit des Bauwerkes sehr vorteilhaft hervor.

Eine ebenso wichtige Wiederherstellung und, wo nõtig, Erneuerung wurde an den Dächern vorgenommen, neue Dachrinnen und Abfallrohre wurden zum Schutz der Dächer und Mauern angelegt und der Dom mit einem sehr nötigen Blitzableiter versehen.

Die alte Sakristei, welche die in ihrer baulichen Anlage so schöne Ostseite fast ganz verdeckte, wurde zum Teil abgelegt, der stehengebliebene Peil zweckentsprechend umgebaut und mit einem kleinen Treppenturm versehen, der Geistlichen und Kirchendienern den Ein- Sang von aussen ermöglicht. Der Blick von der Sakristei aus über das Lahnthal hin, rechts nach dem Eschhofener Wäldchen und link mnach der altehrwürtigen auf hohem, in die Lahn hinabragenden Felsen sich erhebenden Basilika von Dietkirchen ist der denkbar malerischste.

Der obere Teil des sog. Remter, von dem schon oben die Rede war, wurde, weil er die Nordseite zu sehr verdeckte und seinem Zwecke nicht mehr diente, gleichfalls abgebrochen: und der untere Teil zur Grabkapelle eingerichtet.