Aufsatz 
Der Dom zu Limburg : eine historisch-architektonische Skizze / von L. Abt
Entstehung
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sind und nach Osten sich an dieselben ein Kapellchen anschliesst. Hieraus ergiebt sich im Neusseren eine sehr reiche, besonders wohlgelungene siebentürmige Anlage, welche dem Dome eine ganz eigenartige Schönheit verleiht. Symbolisch dürften die sieben Türme auf die Sicbenzahl der heiligen Sakramente hinweisen, indem Taufe und Busse(Portaltürme) den Eingang Zuun Gnadenleben eröffnen, das allerheiligste Sakrament des Altars(Vierungsturm) alle anderen an Würde überragt, während die übrigen vier Sakramente(vier kleinere, den Vierungsturm umringenden Türme) teils am, teils vom Altare aus gespendet werden.

Die beiden Portaltürme zeigen einen Aufbau von fünf Etagen. Die darüber sich er- hebenden Giebel tragen, ganz dem romanischen Stile entsprechend, rautenförmig konstruierte Turmdâcher. Dasselbe ist bei den vier Flankentürmen der Fall. Die Portaltürme sind in ihrem Gesamtaufbau im ganzen gleich, jedoch in den Einzelheiten ziemlich verschieden. Dies war einesteils wohl beabsichtigt, um Monotonie zu vermeiden, mag aber auch daher rühren, dass der nördliche Turm später ausgeführt wurde, da er, zumal in der fünſten Etage, vielfach gotische Formen aufweist. Ueber dem Portale ist zwischen einer oberen und unteren Gallerie ein grosses Rundfenster(Rosette) angebracht, um welches sich acht kleinere anlegen. Auf der Giebelspitze steht das Bild des hl. Georg. 3

Um das Chor zieht sich im Erdgeschoss ein(2,50 m breiter) Umgang, desgſeichen in der Emporenetage, wo derselbe mit der Empore der Seitenschiffe durch schmälere Gänge um die beiden Kreuzarme mit der Empore der Seitenschiffe verbunden ist. Fünf Treppen- anlagen mit malerisch angelegten Arkadenöffnungen führen zur Emporenetage. Ueber der- selben ziehen sich von einem Turme zum andern um das ganze Gebäude herum Triforien (schmale Laufgänge, innerhalb der Scheidemauer und oberhalb der Scheidbögen angebracht, und sich im Innern des Hauptschiffes in niedrigen Arkaden öffnend) und über diesen in der vierten Etage befinden sich die Fenster des Hochschiffes, in deren Hôhe sich im Aeusseren des Gebäudes Arkaden ebenfalls von einem Turm zum andern um das ganze Gebäude herumziehen.

Im Inneren befinden sich oberhalb der Hauptkapitäle Säulenbündel, aus einem Pfeiler und je drei kleineren Säulen bestehend, welche die Gewölberippen des Mittelschiffgewölbes auſnehmen: ein ebenso wirksames wie malerisches Detail der ganzen inneren Konstruktion.

Diese dreifachen, an manchen Stellen vierfachen sich übereinander erhebenden Säulen- galerien mit ihrem ungemeinem Reichtum an grossen und kleinen Säulen und Halbsäulen und diese aus?dem massiven Unterbau sich erhebenden, nach oben hin sich verjüngenden Gewölbe, diese nach Licht ringende Anlage des ganzen Mauerwerks, diese reiche und geregelte Gliederung in den horizontalen und verticalen architektonischen Linien erzeugen einen wahrhaft über- raschenden Anblick jedem, der durch das Hauptportal in das Innere tritt. Und gerne stimmen wir Msgr. Ibach bei, wenn er in seinem mit sehr kunstsinnigem Verständnisse geschriebenen Büchlein sagt:»Wohl lässt das Aeussere des Domes auf ein reiches, schönes, harmonisch gegliedertes Inneres schliessen, dennoch aber einen solchen Formenreichtum, eine solch' narmonische Gliederung, ein so einheitliches Ganze, worin beide Stile zu einem verschmolzen sind, nicht vermuten. Der Blick richtet sich vor allem in die Höhe und wird an den schlanken Säulen und Halbsäulen hinauf in die 70 Fuss hohen Gewölbe gezogen, welche sämmtlich in Spitzbogen ausgeführt sind, und bei der geringen Breite des Hauptschiffes nar noch höher erscheinen; schweift an den Gewölben des Hauptschiffes in die hohe, bis zu