Aufsatz 
Der Dom zu Limburg : eine historisch-architektonische Skizze / von L. Abt
Entstehung
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geglaubt hat, Graf Heinrich II. von Nassau, der Reiche(1197 1250), sondern Graf Heinrich I. von Isenburg, Herr oder Dynast von Limburg, welcher von 1153 1220 vorkommt. Diese St. Georgen Kirche wurde also gegen Ende des 12. oder eher im Beginn des 13. Jahrhunderts erbaut und im Jahre 1235 von Theodorich II, Erzbischof von Trier, geweiht. Zu gleicher Zeit wurde der Hauptaltar der seitherigen Pfarrkirche ad Sanctum Nicolaum in die neuerbaute Stiftskirche sammt allen Pfarrrechten übertragen und dieselbe zur Pfarrkirche bestimmt. Von dieser Zeit an wurde dieselbe, welche gleich anfangs eine Stifts- kirche und jetzt zugleich die Pfarrkirche war,»St. Georgen- und Nicolai-Kirche« genannt, welcher Name bis zum Ende des 13. Jahrhunderts in Gebrauch blieb. Im Jahre 1296 tritt schon wieder der alte Name»St. Georgenkirche« auf und ist seitdem das Siegel des Stiftes mit dem Bilde des hl. Georg und der entsprechenden Inschrift nie geändert worden.

Wie es scheint, begann man bei dem Neubau des Domes an der Ost- und Westseite zu gleicher Zeit und liess die alte Basilika oder wenigstens Teile derselben so lange als möxglich stehen, woraus sich nach dem Urteile der Sachverständigen der schiefwinklige An- schluss des Querschiffes an die Vierung und andere Unregelmässigkeiten erklären. Nach der Einweihung wurde an dem Dome noch weiter gebaut bis zum 15 Jahrhundert; namentlich scheint im 14. Jahrhundert die Bauthätigkeit eine sehr rege gewesen zu sein; denn aus jener Zeit stammen viele Ablassbriefe zu Gunsten des Kirchenbaues, welche sämtlich von dem damaligen Sitze des päpstlichen Stuhles, Avignon, datiert sind. Es wurde damals u. a. das jetzt beseitigte Refektorium(auch»Remter« genannt, ein Versammlungs- und Empfangssaal für, die Mitglieder des Stiftes) an der Nordseite der Kirche, die Erasmuskapelle an der Süd- seite und die Sakristei erbaut. Ein grosser Teil der Stiftungsgebäude und besonders das erwähnte Refſektorium wurde im Jahre 1370 durch Feuer zerstört. Infolgedessen wurden von der geistlichen Behörde wiederholt Massregeln getroffen, um den Baufonds der Kirche zu vermehren. Im Jahre 1447 wird zum ersten Male die Aufstellung einer Turmuhr erwähnt. Im Jahre 1464 ist der dem 13. Jahrhundert angehörige Taufstein nachweisbar, der schon damals seine Stelle im südlichen Querschiff hatte, von wo er erst bei der letzten Restaurierung unter den nõrdlichen Portalturm versetzt worden ist.

Einer grossen und einer kleinen Orgel geschieht im Jahre 1470 Erwähnung, da bezüglich deren Reparatur wiederholt Verhandlungen zwischen den Stiftsherren und Vikaren gepflogen

zopfigen Hochaltar wieder aufgestellt, in welchem es im Januar 1874 bei Restaurierung des Domes aufgefunden und dann dem Domschatze einverleibt wurde. Es ist 19 Centimeter lang, ebenso hoch und 14 Centimeter breit Die Inschrift, in lateinischen, je in der Mitte und am Ende reimenden Hexametern, lautet also:

Amplus in augusta jacet hac thesaurus in arca

Copia sanctarum quam maxima reliquiarum,

Qua comes Henricus Structurae conditor hujus,

Largus large sui cumulavit munera templi.

Hac Domini testes concordant pace fideles,

Per quos virtutis pax et medicina salutis

Exuberat pura lotis baptismatis unda.

Als reicher Schatz liegt in diesem engen Schrein eine überaus grosse Fülle heiliger Reliquien, womit

Graf Heinrich(von Isenburg) dieses Baues Gründer, in freigiebiger Weise seines Dempels reiche Gaben noch gemehrt hat. Andieser Friedensstätte sind in Eintracht versammelt des Herrn getreue Zeugen, durch- welche der Tugend Friede und des Heiles Arznei den in der Taufe reiner Welle Gereinigten reichlich zu Teil wird,