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Koblenz hervorgeht ¹). Der Dienst an dieser Kirche wurde von den Kanonikern des be- nachbarten Stiftes zu Dietkirchen versehen. Da um diese Zeit der Gaugraf Gebhard die schon frühzeitig auf dem eingangs erwähnten Felsenplateau, wie man vielfach annimmt, auf den Trümmern eines unter Drusus erbauten Römercastells erbaute»Lintburc« inne hatte, so muss derselbe wohl als der Erbauer dieser ersten Kirche angeschen werden. Bald jedoch erwies sich dieses Gotteshaus für die Bedücfnisse der stets zunehmenden Bevölkerung zu eng und zeigte sich wohl auch die Notwendigkeit, den heil. Dienst durch eigene Geistliche zu versehen. Aus diesen Gründen baute kaum hundert Jahre später an Stelle dieser ersten Kirche der Gaugraf Konrad Curcipold ²) eine zweite, sogen. Basilika. Wenigstens geschieht ihrer zum ersten Male urkundlich im Jahre 910 Erwähnung, zu einer Zeit, als der Bau derselben noch nicht vollendet war. Nach Ibach ODer Dom von Limburg. Seine Geschichte, Architektur und Restauration«. Limburg 1880) haben wir uns dieselbe wohl als eine ziemlich geräumige, länglich viereckige, auf einer Saulen- oder Pſeiler-Arkade ruhende Kirche mit flacher Decke vorzustellen. Gleichzeitig führte Konrad Curcipold ein nach der Regel Chrodegangs von Metz eingerichtetes Kollegiatstift an der neu erbauten Kirche ein und machte der Kirche und dem Stifte die reiche Schenkung des Königshofes zu Ober-— brechen, welche Schenkung Kaiser Ludwig das Kind durch eine von Frankfurt im Jahre 910 ausgestellte Urkunde bestätigte. Auch Kaiser Konrad der Salier, Kaiser Otto I. und Kaiser Heinrich IV. machten dem Stiſte ansehnliche Schenkungen, wodurch dasselbe bald zu Reichtum und Ansehen gelangte und der Probst des Stiftes zugleich Schutz- herr der Stadt wurde; später jedoch, im Anfang des 13. Jahrhunderts, erhielt die Stadt einen besonderen Schirmherrn, der die Bezeichnung Dynast von Limburg fuhrte.
Nach etwa drei Jahrhunderten musste auch dieser zweite Bau einem dritten weichen. Veranlassung zu diesem Neubau mag der Umstand gewesen sein, dass bei der Vergrösserung der Bevölkerung die seitherige an der Stelle der jetzigen Franziskanerkirche befindliche Pfarr- kirche ad Sanctum Nicolaum als solche nicht genügte und man darum die Stiftskirche zugleich in eine grössere Pfarrkirche umwandeln wollte. Der Erbauer dieser dritten St. Georgen-Kirche ist, wie es unzweideutig aus der Inschrift eines im alten Hochaltar aufgefundenen, bleiernen, mit dem Siegel des Erzbischofs Theodrich II von Trier(1212— 1242) geschlossenen Reliquienkästchens ³) hervorgeht, ein Comes Henricus, und zwar nicht, wie man lange fälschlich
1) 27. Maii: G. Julii. Obiit Hetto archiepiscopus Trev., dui consecravit ecclesias St. Castoris, St. Georgii in Limpurc et S. Berati.
²) Die Gebeine des Grafen Konrad wurden im 13. Jahrhundert in der jetzigen Kirche im Chor zwischen den östlichen Vierungspfeilern in einem einfachen steinernen Kasten von 0,87 m Länge, 0,26 m Breite und 0,18 m resp. am PFussende 0,14 m Tiefe im Lichten, an dessen Kopfende sich noch eine Aushöhlung für den Schädel pefand, beigesetzt und mit einem Epitaphium versehen, welches im Jahre 1776 nach dem Chor Beatae Mariae Virginis, dem nördlichen Querschiffe, transportiert wurde. Im Januar des Jahres 1877 wurde bei Gelegenheit der Fundierung des nenen Hochaltars der Sarkophag herausgenommen und die Gebeine in der Vierung unter dem dahin übertragenen Epitaphium niedergelegt.(Nach C. Junker, Vortrag über die Restaurierung des Domes zu Limburg, gehalten in der Versammlung des„Vereins der Ingenieure und Architekten im Lahnthal“ am 10. März 1877 zu Limburg na. d. Lahn).
³) Das genannte Reliquienkästchen, welches die Form einer Kirche, mit Apsis und Vierungsturm zeigt, und von vier Bärenfüssen mit darüber befindlichen Bärenköpfen getragen wird, wurde beim Abbruch des bau- fällig gewordenen Ciborienaltars am 27. Dezember 1776 gefunden und in den an dessen Stelle getretenen


