Der Dom zu Limburg.
Eine historisch-architektonische SKkizze.
Von ZL. Abt, Oberlehrer und Religionslehrer.
Ehss der vollendetsten Werke mittelalterlicher Baukunst ist der Dom zu Limburg. Den Wanderer, der sich von irgend einer Seite der alten Lahnstadt naht, überrascht dieser Bau zunächst durch seine unvergleichlich schöne Lage auf hohem, steil in die Lahn abfallendem Felsenvorsprung. Nicht minder entzückt das Auge die Schönheit des Gotteshauses selbst, welche sich aus dem ungewöhnlichen Reichtume und der Harmonie seines Aufbaues ergiebt Es kann bei dem mir zugewiesenen engen Raum nicht meine Aufgabe sein, eine eingehende Beschreibung dieses mit Recht berühmten Bauwerkes zu unternehmen; von berufener Seite aufgefordert, sei es mir gestattet, in diesem Schulprogramm auf dieses schöne Denkmal mittelalterlicher Kunst und Frömmigkeit hinzuweisen durch einen kurzen Ueberblick über die Geschichte seiner Erbauung und eine gedrängte Darstellung seiner architektonischen Formen,
wie sie namentlich durch die letzte, umfassende Restauration zur wirksamen Geltung ge— kommen sind.
I. Geschichtliches.
Der Dom in seiner jetzigen Gestalt ist das dritte Gotteshaus, welches an dieser Stätte errichtet ward. Schon in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts wurde die erste St. Georgen-— Kirche zu Limburg erbaut und vom Erzbischof Hetti von Trier(814— 847), wahrscheinlich im Jahre 836 und gleichzeitig mit der St. Castorkirche in Koblenz und der St. Beratuskirche (wohl die alte Kirche in Vallendar) geweiht, wie aus dem Nekrologium von St. Castor in
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