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Schulnachrichten.
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1. Chronik des Gymnaſiums.
Dem Maturitätseramen und der darauf folgenden Schulprüfung im Frühjahr 1863 wohnte der Groß⸗ herzogliche Oberſtudienrath Profeſſor Dr. Wagner bei. Durch ſeine freundliche und thätige Theilnahme an der Prüfung und ihren Reſultaten hat er, was wir dankbar anerkennen, Lehrer und Schüler erfreut und lebendig angeregt.
Im Anfang Mai ging Director Haupt zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit in ein Bad, worauf er am 23. Mai ſeine Amtsgeſchäfte wieder übernahm. Während ſeiner Abweſenheit hatte das Lehrercol⸗ legium dieſelben geführt.
Am 27. Juni genoſſen wir die Freude Se. Königliche Hoheit den Großherzog dahier in Büdingen begrüßen zu können. An den allgemeinen Empfangsfeierlichkeiten betheiligte ſich auch das Gymnaſium; doch hatte Se. Königliche Hoheit noch die Gnade die beſondere ehrfurchtsvolle Begrüßung der Schüler und des Lehrercollegiums huldvoll anzunehmen. Einen dichteriſchen Gruß, welchen der Hilfslehrer Dr. Textor im Namen des Gymnaſiums an Allerhöchſtdenſelben richtete, laſſen wir am Schluſſe folgen.
Im Anfang Juli benutzten die Schüler der beiden oberſten Claſſen einen freien Tag, um in Beglei⸗ tung ihrer Lehrer, des Dr. Steinhäuſer, Bechtold und Dr. Textor, einen genußreichen Ausflug auf den Feld⸗ berg zu machen.
Am 14. September trat der von Sr. Durchlaucht dem Fürſten zu Yſenburg dahier präſentirte und von dem Großherzog beſtätigte Gymnaſiallehrer Dr. Adalbert Becker, ſeither zu Saarbrücken in Preu⸗ ßen angeſtellt, ſein neues Amt an. Moͤge er ſich in dem ſeiner ſchon bewährten Thätigkeit angewieſenen neuen Wirkungskreiſe wohl fühlen. Wir laſſen eine kurze Lebensſcizze deſſelben, wie er ſie uns mittheilte, hier folgen:
Dr. Adalbert Becker, geboren am 3. Mai 1836 zu Schotten, wo ſein Vater— dermaken Pfar⸗ rer in Leidhecken— damals Rector einer Stadtſchule war, beſuchte von Herbſt 1850 bis Oſtern 1853 das dem damaligen Wohnorte ſeiner Eltern, Badenheim in Rheinheſſen, benachbarte Gymnaſium zu Creuznach in der preußiſchen Rheinprovinz. Er bezog dann, um die geſetzmäßige Zeit in einem heſſiſchen Gymnaſium zuzubringen, das Gymnaſium in Darmſtadt, von welchem er nach beſtandener Maturitätsprüfung im Herbſte 1854 auf die Landesuniverſität Gießen überging. Hier ſtudierte er bis Herbſt 1857 Theologie und Philo⸗ logie, war ordentliches Mitglied des philologiſchen Seminars und unterrichtete mehrere Semeſter in der Knabenlehranſtakt des Herrn Dr. Steinmetz. Im November 1858 trat er in die geſetzliche Prüfung der Candidaten des Gymnaſiallehramts, vom philologiſchen Standpunkte aus, ein, und nachdem er dieſelbe be⸗ ſtanden, machte er von Oſtern 1859 bis Oſtern 1860 am Gymnaſtum zu Darmſtadt den vorſchriftsmäßigen Acceß, während er an der Lehranſtalt des Herrn Schmitz eine Leyrſtelle verwaltete. Zu Oſtern 1860 wurder er dann mit beſonderer Genehmigung Sr. Excellenz des Herrn Miniſters von Bethmann⸗Hollweg von dem königlichen Provinzialſchuleollegium zu Codlenz zunächſt für die Dauer eines Jahres mit der commiſſariſchen


