— 32—
Verwaltung der am Gymnaſium zu Saarbrücken, in der preußiſchen Rheinprovinz, erledigten vierten ordent⸗ lichen Gymnaſiallehrerſtelle betraut. Zu Oſtern 1861 erfolgte dann ſeine definitive Ernennung für die ge⸗ nannte Stelle. Nachdem er dieſelbe, mit Urlaub von Seiten der großherzoglich heſſiſchen Regierung verſehen, drei und ein halb Jahr bekleidet, wurde ihm von dem königlichen. Provinzialſchulcollegium zu Coblenz die Beförderung auf die dritte Gymnaſiallehrerſtelle am Gymnaſium zu Wetzlar angeboten. Da indeſſen Dr. Becker gleichzeitig von Sr. Durchlaucht dem Fürſten zu Yſenburg zu der am hieſigen Gymnaſium vacant gewordenen Lehrſtelle präſentirt worden, ſo entſchloß er ſich die letztgenannte Stelle anzutreten, von dem Wunſche beſeelt, dauernd ſeiner Familie nahe zu ſein und in dem Heimathlande zu wirken.
In Folge der Beſetzung der erledigten Lehrerſtelle wurde zu gleicher Zeit der ſeitherige Vicar, Herr Bechtold, durch Großherzogliche Oberſtudiendirection abberufen.
Anfangs October nahm der Gymnaſiallehrer Dr. Lotheißen ſeine Entlaſſung aus dem Staatsdienſte um zu la Chatelaine bei Genf eine Erziehungsanſtalt zu übernehmen.
Dem Gymnaſiallehramts⸗Candidaten Heinrich Flach aus Büdingen wurde zu derſelben Zeit von Großherzoglicher Oberſtudiendirection geſtattet, ſeinen Acceß an dem hieſigen Gymnaſium zu nehmen. Hier⸗ durch und unter größerer Zuziehung des Hilfslehrers Dr. Textor konnte das Lehrercollegium es überneh⸗ men, die vacante Lehrſtelle bis zur erwarteten baldigen Beſetzung derſelben zu vicariren. Ein kurzer Lebens⸗ abriß des Herrn Heinrich Flach möge hier ebenfalls folgen:
Heinrich Flach wurde am 27. März 1838 zu Büdingen, wo ſein Vater Lehrer iſt, geboren. Er beſuchte von April 1849 an das Gymnaſium daſelbſt und bezog, nach beſtandener Maturitätsprüfung, im Herbſte 1855 die Landesuniverſität, um ſich der Theologie zu widmen. Im Frühjahr 1859 beſtand er das theologiſche Facultätsexamen, ging ſodann auf das Predigerſeminar zu Friedberg und verließ dasſelbe nach einem Jahre, um ſich im Herbſte 1860 der Definitorialprüfung für das Predigtamt zu unterziehen. Die bald erfolgte Berufung zum Pfarrvicariate mußte er, da er ſich für das Examen der Candidaten des Gym⸗ naſiallehramts, vom elaſſiſchen Standpuncte aus, vorbereitete, ablehnen. Dieſes beſtand er im Sommer 1863 und trat im October desſelben Jahres ſeinen Acceß am Gymnaſium zu Büdingen an.
Gegen Ende des Schuljahrs wurde Dr. Wilhelm Schmidt, auletzt Lehrer on der Realſchulei in Alzei, durch Se. Durchlaucht den Fürſten dahier für die erledigte Lehrerſtelle präſentirt und wir erwarten täglich die Großherzogliche Beſtätigung der Präſentation und die baldige Ankunft des neuen Lehrers, der während ſeines Vicariates am hieſigen Gymnaſium im Sommer 1858 ſich einen guten Namen unter uns erworben hat.
Die Lehrmittel wurden auch im verfloſſenen Jahre in entſprechender Weiſe vermehrt.
Als dankenswertbe Geſchenke verzeichnen wir: Vom mittelrhein. ſtatiſtiſchen Verein: 1 Jahrgang ſeiner Zeitſchrift nebſt einer Karte über die Territorialveränderungen des Großherzogthums. Von Gymnaſiaſt Fen⸗ chel: ein großer Bergeryſtall. Von Gymnaſiaſt Theodor Schäfer: ein Modell der Brücke des Cäſar über den Rhein. Von Gymnaſiaſt Sommerlad: Mangan von Ober⸗Roßbach. Von Gymnaſiaſt Zieſing: eine kleine Käferſammlung. Von Herrn Kammerſecretär Drehwald: ein Hühnerhabicht. Von Herrn Pharmaceut Julius Follenius: vegetabiliſches Elfenbein, Senegalgummi und andere Droguen.


