Aufsatz 
Alexander der Große, der Sohn des Jupiter Ammon / Franz Bluemmer
Entstehung
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II. Andere Charakterzüge.

Wir waren gesonnen, die Ansichten der Historiker und Forscher der Alexandergeschichte unserer Tage hier folgen zu lassen, um dem Leser den grossen Contrast, in welchem manche ge- gen das soeben festgestellte Urtheil über den fraglichen Punkt abstechen, desto augenfälliger zu machen. Um aber unsere Beweisführung nicht zu unterbrechen, ziehen wir es vor, einige andere Züge aus dem Charakter Alexanders vorzuführen, welche geeignet sind, die Richtigkeit unserer Ansicht in Betreff der von Alexander mit der Sohnschaft des Jupiter-Ammon getriebenen Charla- tanerie zu erhärten.

A. Dass Alexander die Lehren vom wahren Ruhme, wie sie in den Schriften seines gros- sen Meisters ausgesprochen sind ¹), mit gierigem Herzen in sich aufgenommen, ist schon oben er- wähnt. In der That war das Ziel, welches sich der feurige junge König gesteckt, des Ruhmes werth. Dass er aber in Anwendung der Mittel, welche nach seiner Meinung zum Ruhme führten, nicht wählerisch war, ist nicht schwer nachzuweisen. Wir rechnen dahin vor Allem die Hebel, welche er in Bewegung setzte, um einen Nimbus um seine Person zu verbreiten und dadurch die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Hielt er grosse Stücke auf seinen Stammbaum, der sein Blut auf Herakles, Perseus und Achilles zurückführte, wer möchte ihm dieses übel neh- men? Wenn er aber alle Gelegenheiten aufsucht, diese seine Ahnen und sein Uebergewicht über andere mythologische Grössen in Erinnerung zu bringen, wer könnte darin eine gewisse Ab- sichtlichkeit verkennen? So will er?²) in Tyrus dem Melkarth-Herakles opfern; so erobert er den Kornosfelsen, den selbst Herakles der Sage nach eines Erdbebens wegen hatte aufgeben müssen, um diesen noch zu überbieten, mit unsäglicher Mühe³): zal xadra àαοονναα AXLSao 6oc Xaußdyet S2shety zal robro o dOc, 0E frleta n ip aνꝙꝗꝙτοr Hoarlea H, S115up; in einer bis jetzt noch nicht festgestellten Gegend Indiens in der Nähe einer wahrscheinlich vom Ge- burtsorte des Dionysos ex post so genannten Stadt Nys au) finden die Soldaten eine Art Epheu- und Weinreben und dgl.; da bringt der ruhmsüchtige Feldherr gleich dem Bacchus ein Opfer und gibt den Soldaten einen Bacchusschmaus und befördert durch diesen Kunstgriff die bisher in der Sage feststehende Grenze des nach Osten schwärmenden Gottes dergestalt, dass man sowohl dieses als des Ierakles Marschziel seit ihm weiter nach Aufgang hinaus gerückt findet), eine Thatsache, bei deren Erwähnung wir die launige Bemerkung Arrians nicht unterdrücken kön- nen): xo Tip ror zarà ro eizde Sovrivr, d ierd, SrstsAv re DeC rir Soe 1 X, oOd dνn ãnοa at scar. Gleich als hätten die siegestrunkenen Truppen einen zweiten Bacchus in ihrer Mitte, lässt ihr Kriegsherr sie gewähren, wenn sie bei ihrem Rückzuge aus Indien durch Carama- nien eine Art von Bacchuszug halten, welche Nachricht, obschon sich Arrian gegen ihre Ver-

¹) S. Geier a. a. O. S. 141 und 233.

2) Curt. IV, 7, 3.

³) Arr. IV, 28, 1. 2. An die Thatsache, dass Herakles daselbst gewesen, glaubt Arr. für seine Person nicht.

) Arr. V, 1, 1 ff.

) S. J. H. Voss in der Artisymbolik. 1 Bd. S. 40 167 und Kreuzer in der Symbolik. 3 Bd. S. 105 ff. J. H. Voss: Mythol. Briefe. 4 Bd.

6) a. a. 0.