Aufsatz 
Alexander der Große, der Sohn des Jupiter Ammon / Franz Bluemmer
Entstehung
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es überhaupt nicht anders erwarten dürfen, als dass er sich über persönliehe Angelegenheiten mit Untergebenen in den kürzesten und allgemeinsten Ausdrücken fasst; hier kommt aber noch der besondere Umstand hinzu, dass es in der Absicht des Fragenden gelegen sein musste, durch eine kurze ganz allgemein hingeworfene Aeusserung der Dienstwilligkeit seiner Freunde einestheils, und der Leichtgläubigkeit und Bewunderung des gemeinen Volkes für seine Person anderntheils den weitesten Spielraum der Vermuthung offen zu lassen.

So hat also unser Arrian mit seinem knappen Berichte die historische Wahrheit vollkom- men erschöpft. Nehmen wir, um dieser arrianischen Kürze aufzuhelfen, was uns Plutarch meldet ¹): abtc AXS2avO«X Ey 5OAn SOc TIy Lnréa S JeTovéat rwwàc abri; havrsiac àεορ⁵‿ε⁴ ↄτοοςα, àc a0rds 1avε*⁶νν ροε αμρνος mu⁶νν ε⁊νενα, noch hinzu, so ist die Welt so meisterhaft mystificirt, als sie es durch die Ausposaunung der bombastischsten Orakelsprüche nicht werden konnte. Der junge König von Macedonien ist, abgesehen von seinen in der Einleitung bereits dargelegten persönlichen Eigenschaften, durch diesen Kunstgriff Herr und Vater all der Sagen geworden, welche sich um seine Person in Aegypten, in Palästina, in Frankreich, England, Deutschland, bis nach Persien hinein gelagert haben. Wir können hier die Genesis der Alexandersage nicht näher verfolgen von der Fiktion des geheimen Verhältnisses des Jupiter-Ammon mit Alexanders Mutter Olympias an bis zu den Beimischungen jüdisch-christlicher Ideen; nur eins wollen wir hervorheben, wir könnten es die Ironie der Sage nennen, dass nämlich der Held trotz der fein angelegten Charla- tanerie selbst in der Sage nicht als wirklicher Sohn Ammons zur Anerkennung gelangt. Der ägyptische, der Zauberei verständige König Nectanebus²) berückt Olympias unter der Gestalt der Schlange, deren sich Ammon, wenn er auf Liebesabenteuer ausging, zu bedienen pflegte ³). Die deutsche Sage sucht indess diese Schande von Alexander wegzunehmen und Philipp die recht- mässige Vaterschaft zu vindiziren. Sie lässt sich darüber also vernehmen:

v. 83. Noch sprechint manige lugenêre, daz er eines gouchelêéres sun wéère, Alexander, dar i d von sagen, sie liegent alse bôse zagen alle die is ie gedächten, . wande er was rechte kuninc slahte ¹).

Hier ein Beispiel, wie die Dienstfertigkeit dem kühnen Griffe des entschlossenen Königs durch ebenso kühne Erfindungen zu Hilfe kam. Dasselbe ist von Strabo aus der von dem grossrednerischen Callisthenes verfassten Geschichte Alexanders entnommen und lautet): pooraTst dE TO0Oc o Kauedevns, ör o Ar6NGvO y Bparxidatc Havrstoy hSAOUTGO, 8 5oO Td isby örd rv BaTgi deero in SegSon eSeedvr, WrkeXotoiac oE zal ric nc, rörs J ks z** syd-Jon val havrsta oAoA& ol M, Ssic xotdvrs« eic Méꝓ spt rhc dr Audc 7e- 600,% O AXSd4»oO at he eUI spt ApPrNAa vir-c al ro Aapsion davd oον α iνν y Aaxs- 3iονε νεονεερειμέν. Ilspt rhc soTsvslac val rir Epodpsia Abnvalda pyoty ayerety al Jaàp rabru 5ofay Tνεοσ§εατμ malalx νμν ÿ EOPodpaia.

¹) Plut. Alex. 27. 3..

2) S. Pseudo-Callisthenes I, 1 13. Im Julius Valerius ist diese Ausgeburt der Phantasie fortgelassen, 8 weilparum oppido decens.

³) Antipater Sidonius in der Anthologie t. 2. p. 6. no. 2. citirt v. Parthey a. a. O. s. 140.

4) S. Alexander, Gedicht des 12. Tabrhnnqorfa vom Pfaffen-Lamprecht. Von Dr. Heinr. Weismann. 1 Bd.

⁵5) Strabo VII, p. 814.