Aufsatz 
Das Oxforder Summer Meeting von 1901 als Volksbildungsmittel und sein Wert für die deutschen Lehrer des Englischen / von J. Luley
Entstehung
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Chaucers starkes menschliches Mitgefühl, seine Naturauffassung und seine Darstellung der Natur im Vergleich zu der Shelleys. Ch. schildere die Natur poetisch, Shell. prosaisch. Auch Shakespeares Liebe zur Natur wurde erwähnt. In der Folge behandelte Dr. Sw. die sprachlichen Veränderungen und deren Ursachen.Jede sprachliche Veränderung be- ginnt mitsound change, erklärte er. An Beispielen wurden dann die verschiedenen Ursachen des Lautwandels erläutert(die organischen Ursachen, das psychologische Moment, die Analogie). Die konvergierende Entwicklung wurde aufgewiesen als Quelle zahlreicher unregelmàâssiger oder scheinbar unregelmäâssiger grammatischer Formen. Alsdann veran- schaulichte Dr. S. den grossen Einfluss der lautlichen Anderungen auf Formenlehre und Syntax, Verlust der Flexion des Adjektivs, der Akkusativform des Substantivs, des gram- matischen Geschlechts, Reduzierung der Verbalflexion auf zwei Zeiten, Verlust des Kon- junktivs ausserwere wurden auf lautliche Veränderungen zurückgefuhrt. Des weiteren sprach Dr. S. von der Vereinfachung der Wortstellung infolge Schwund der Flexion des Substantivs, von dem hierdurch hervorgerufenen häaufigeren Gebrauch der Prãpositionen. Die Geschichte der Pluralbiegung wurde kurz dargelegt als Beispiel für den psycholo- gischen Einfluss auf die Sprachentwicklung. Weiterhin erfolgte die Besprechung der Be- ziehungen zwischen Tonstärke und Bedeutung, gezeigt an zusammengesetzten Substantiven und attributivischen Ausdrücken, anhave mit seinen 3 Tonstärken und den 3 verschiedenen Bedeutungen, an einer Reihe von Phrasen(z. B. it is néôt true und it is not trüe), an shall und will, to do etc. Bei dieser Gelegenheit führte der Vortragende auch den be- sonderen Gebrauch von shall und will in Schottland, Irland und in englischen Dialekten an und sprach von der allgemeinen Verwendung des heute als emphatische Form be- kannten I do think etc. in der Zeit Shakespeares. In der letzten Vorlesung erklärte Dr. S. noch einige sprachliche Eigentümlichkeiten, z. B. das Gerundium alsrecon- structive process, die Entstehung von Ausdrücken wie: I go fishing u. s. w..

Ferner legte der Vortragende den Begriffanalytische Sprache klar, bezeichnete das Französische und Englische als solche und meinte, dass eine Sprache durch den Verlust der Flexion nicht unbedingt einfacher oder leichter werde, dass das Französische und Enlische in gewissem Sinne als tote Sprachen angesehen werden könnten, da sie ihre Entwicklungstähigkeit(Wortbildung) verloren haben. Nun folgten einige Bemerkungen hinsichtlich der Schwierigkeit beim Erlernen der englischen Sprache. Diese Schwierig- keit sei für die englischen Kinder sehr gross wegen des Unterschiedes zwischen Wort- und Schriftbild. Die Schrift beeinflusse die Aussprache der Kleinen in hohem Masse. Für den Fremden bestehe die Hauptschwierigkeit bei der Erlernung des Englischen in der Beherrschung des grossen Wortschatzes. Die englische Sprache sei am leichtesten für die Skandinavier, da diese schon eine Menge Wörter kennen.

Schliesslich legte Dr. S. einen Plan dar für das Sprachstudium vom Stand- punkte der Sprachvergleichung. Er führte etwa aus: Wir studieren die Geschichte einer Sprache nicht als Hilfe für das Studium einer modernen Sprache. Dies wäre ein un- praktisches Verfahren, um zur Beherrschung einer lebenden Sprache zu gelangen. Uber- haupt sollten wir die toten Sprachen lernen wie die lebenden(Bem. Gouin fordert dasselbe). Das erste muss immer sein: Lesen des modernen Englisch und Konversation; alsdann angelsächsische Prosa und Poesie, Ancren Riwle, Ormulum, Chaucers Sprache