Aufsatz 
Das Oxforder Summer Meeting von 1901 als Volksbildungsmittel und sein Wert für die deutschen Lehrer des Englischen / von J. Luley
Entstehung
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auf die Erhaltung der Volkskraft und der wirtschaftliche Kampf mit dem Auslande. Hierbei liess sich erkennen das Streben nach Hebung des englischen Volkes durch un- mittelbares Eingreifen in die bestehenden Schäden, nicht durch die staatliche Gemeinschaft, sondern durch freien Zusammenschluss, die Abneigung gegen Benutzung der Mittel von Stadt und Gemeinde(Ausnahme macht Liverpool, das 400 Mill. anlegt für die Erbauung gesunder Wohnhäuser an Stelle von 10000 back to back houses), grosse Rücksichtnahme aut die Entscheidung der Autoritäten in Sanitätsfragen, starke Betonung der Erziehung als Mittel zu einer gründlichen und dauernden Lösung dieser Probleme. Ethik und Asthetik spielten eine grosse Rolle in dem Erziehungsprogramm. Man will das Volk namentlich dem Alkoholismus entreissen, ihm eine höhere Vorstellung von Menschen- dasein und Menschenwürde beibringen. Die Verhandlungen zeigten viel praktischen Sinn, ruhiges Abwägen und doch wieder grossen Idealismus, weitausschauenden Blick und wieder zâhes Festhalten am Uberlieferten, grossen Gemeinsinn und Opferwilligkeit, Arbeit der Starken im Dienste der Schwachen, Ruhe, Gemessenheit, Höflichkeit und Freundlich- keit im Verkehr von Personen höherer und niederer Stände trotz grosser sachlicher Be- stimmtheit in der Darlegung der Ansichten.

In ähnlicher Weise verlief die Konferenz, dieThe Old Age Problem zum Gegenstand hatte. Ein Vertreter der Arbeiterschaft forderte unter eingehender Begrün- dung eine wöchentliche Pension von 5 sh. für jeden Engländer von einem bestimmten Alter an. Die Debatte verriet auch hier wieder die grosse Abneigung gegen Einmischung des Staates in die wirtschaftlichen Verhaältnisse, Betonung ethischer Gesichtspunkte(Sorge der erwachsenen Kinder für erwerbsunfähige Eltern als Pflicht, Erhaltung und Kräftigung des Verantwortlichkeitsgefühls u. s. w.). Eine Tabelle des Herrn Vorsitzenden verriet eine beständige, wenn auch langsame Abnahme des Pauperismus in England.

Ich komme nun zum letzten Teile meines Berichtes. Er bezieht sich auf die Special classes. Von den 3 Kursen besuchte ich nur den, bezeichnetEnglish Language Class. Leiter derselben war Herr Dr. Sweet, der bedeutende englische Phonetiker. Dr. Sw. sprach zuerst über die englischen Laute. Seine Ausführungen waren nichts als ein Auszug aus seinem Elementarbuch des gesprochenen Englisch, sowohl hinsichtlich der Erläuterungen als auch der Beispiele. Dann behandelte er den Einfluss der Tonstärke auf die Lautbildung und machte hierbei die für uns Lehrer beherzigenswerte Bemerkung, dass das Erlernen der Unterschiede zwischen den stark und schwach betonten Formen für die Fremden eine der grössten Schwierigkeiten sei. Zwei Stunden waren dem Angel- sächsischen gewidmet und 1 Stunde dem Mittelenglischen im allgemeinen. Dann behan- delte Dr. Sw. die Aussprache Chaucers, dann die des Englischen zur Zeit Shakespeares. Bei dieser Gelegenheit erklärte er, dass es unmöglich sei, die moderne Aussprache bei- zubehalten, wenn man Shakespeares Versmass gerecht werden wolle. Als beste Quelle für die Erforschung der englischen Aussprache jener Zeit wurdenthe Welsh trans- criptions, die ersten phonetischen Transskriptionen, die wir besitzen, bezeichnet. Dr. Sw. betonte als für die Entwicklung der englischen Sprache dieser Periode charakteristisch den Einfluss des Lesens und Schreibens auf die Aussprache. Von Shakespeares Blankvers schweifte der Redner ab zur Charakterisierung des Humors Chaucers und Shakespeares und bezeichnete den des ersteren als den feineren. Dann folgten Bemerkungen über