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und stimmte Ruskin zu, der dem Volke einfache, unschuldige Freuden geben wollte. (Bem. Vergleiche The Palace of Delight in Walt. Besant: All Sorts and Conditions of Men.) Scharf schied er„Einfachheit aus Notwendigkeit“ und„Einfachheit aus UÜberzeugung“ als Reaktion gegen Luxus und Wohlleben, wies den Anspruch auf dauernde Achtung der Mitmenschen unter Berufung auf äussere Umstände bei Mangel an innerem Wert zurück, machte auf die grosse Gefahr der Verausserlichung aufmerksam und betonte, dass nur geistige, ethische, ästhetische Interessen den Menschen vor Veràâusserlichung schützen und es ihm möglich machen können, einfach aus UÜberzeugung zu sein. Die Erziehung habe die Aufgabe, die Dinge, auch die einfachsten, anregend zu machen, das leibliche und das geistige Auge zu schärfen. An zwei hübschen Beispielen zeigte Mr. H. die erhebende, sittliche Wirkung einer solchen Bildung, die ein Quell sei für andere ungeahnt bleibende Freuden.„Geistige Interessen“, sagte der Vortragende,„lassen uns leicht auf äussere Genusse verzichten, machen uns weniger abhängig von dem, was um uns ist.“
Als besonders erfolgreiches Mittel für die Erlangung der Vielseitigkeit des In- teresses empfahl Mr. H. Pflege des Schönheitssinnes.„Lasst uns darum die gottgegebene Quelle der Liebe zum Schönen um seiner selbst willen pflegen und unserem Volke eine Erziehung geben, die ihm das Auge für die Schönheit in Gottes Natur öffnet!“ Mit diesen Worten schloss Mr. H. seine von einem hohen Idealismus getragenen Aus- führungen.
Leider gestattet mir der Raum nicht, auf die beiden anderen Vortrâge dieser Gruppe einzugehen. Miss Pearson, welche über Adam Smith und Arnold Toynbee sprach, hatte sich ein füͤr eine Stunde allzu umfangreiches Thema gewählt. Die zwei einstündigen Vorträge von Mr. Horsburgh über„Industrial War“ und„Industrial Peace“ sprachen mich besonders an durch die Klarheit des Vortrags, die ruhige, sachliche und doch wieder weitherzige Behandlung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse.
Auch den beiden hierhergehörigen Konferenzen kann ich nur wenig Raum widmen. Die Behandlung wirtschaftlicher Fragen in Konferenzen war ein erster Versuch der Leiter des Meetings. Die Urteile derselben geben der Hoffnung Raum, dass man auf dem eingeschlagenen Wege beharren wird. Für uns Fremde boten die beiden Kon- ferenzen, welche unter der Leitung von Autoritäten auf den betreffenden Gebieten nach einleitenden Reden bezw. Anträgen in lebhafte Debatten ausliefen, an denen sich auch Damen in grösserer Anzahl beteiligten, ein wohl ebenso grosses Interesse als für die Ein- geborenen. Namentlich die Konferenz über„The Housing Problem“ gab reiche Gelegen- heit zum Studium des englischen Volkstums. Die Referate und die Debatte beleuchteten das Problem, an dessen Lösung in England schon 50 Jahre lang gearbeitet wird, nach allen Seiten. Es kamen zur Sprache die Wohnungsverhältnisse der unteren und mitt- leren Schichten in Stadt und Land, die Sittlichkeitsverhältnisse in den unteren Kreisen, die eigenartigen Grundbesitzverhältnisse und ihre Wirkungen, die Bewegung des Volkes vom Lande nach der Stadt und neuerdings die Flucht einiger Industriezweige von der Stadt auf das Land, die Lebensverhältnisse, die Verkehrsmittel der Gegenwart und der Zukunft, die Arbeits- und Lohnverhältnisse, der Kampf zwischen Centralisation und De- centralisation, die sanitären Verhältnisse der städtischen und ländlichen Bevölkerung, das Bestreben, die Landwirtschaſt wieder zu beleben gegenüber der Industrie in Rücksicht


