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Geschmeidigkeit und Kraft. Die Schönheit sei Ruskin eine göttliche Offenbarung gewesen und die Hässlichkeit eine Zwillingsschwester der Sünde. Das zeige sich in seiner Ethik, einer wahren Schatzkammer der Schönheit, wie auch in seinem Stile.
Die beiden von Mr. Henderson über„Wealth“ und„Simplicity“ gehaltenen Vor- lesungen kann ich der KRaumersparnis wegen nur flüchtig skizzieren. Hoffentlich gelingt es mir, in dem kurzen Bericht zu zeigen, in welch hohem Geiste die Oxforder Volksbildner auf das englische Volk einzuwirken beflissen sind. Von Herrn Henderson darf ich wohl im Hinblick auf J. Ruskin sagen: Seines Geistes hat er einen Hauch verspürt. Der Vor- tragende behandelte die beiden wirtschaſtlich-ethischen Fragen in volkstümlicher, sehr ansprechender Weise.
Von den hinsichtlich des Besitzes bestehenden verschiedenen Verhältnissen aus- gehend, sprach er unter Hinweis auf J. Ruskins„gerechte und weittragende Ideen“ über diese Probleme zunächst über den Wert des Reichtums. Seine Ausführungen gipfelten in den Sätzen:„There is no wealth but life“ und in dem bei Ruskin zitierten betr. die Wertschaätzung der Völker(S. 33, Z. 7 v. u.). Die beim Erwerb des Reichtums angewandten physischen und geistigen Kraäfte fanden volle Würdigung seinerseits. Nichtsdestoweniger verurteilte er das Streben nach Reichtum zur Befriedigung sinnlicher Genüsse. Dem äusseren Reichtum stellte er den inneren gegenüber als den höherwertigen, sowohl bei dem Individuum als auch hinsichtlich des ganzen Volkes.„Wenn die innere Quelle des Reichtums versiecht, dann ist es nur eine Frage der Zeit, dass auch der âussere Wohl- stand abnimmt.“ Daher seine Mahnung an sein Volk zum Streben nach Vermehrung des inneren Wertes. Dazu aber, erklärte er, bedürfe es der Erziehung. In materieller, geistiger und sittlicher Beziehung gelte der Satz: Was man aus dem Volke herausholen will, muss man vorher in dasselbe hineinlegen. Nach einem warmen Appell an die Arbeitgeber, Sorge zu tragen für das leibliche und geistige Wohl ihrer Arbeiter und zwar im beider- .sSeitigen Interesse, beklagte Mr. H., dass Einzelwesen wie Völker in dem Kampfe um die Vorherrschaft in Handel und Industrie die ethische Seite allzusehr in den Hintergrund treten lassen.(They sacrifice their inward power for external things.)„Der Mensch ist nicht nur ein„money-making being“ rief der Redner aus. Nach dieser Anklage gegen die Erwerbssucht unterwarf Mr. H. die Verwendung des Reichtums einer Kritik. Er erklärte das Ausgeben grosser Summen nur für gerechtfertigt, wenn dadurch innere Werte erworben würden. Der Mensch solle weder Sklave des Geldes noch seiner Sinne sein.„Wir brauchen nicht mehr Sinnesfreuden, wohl aber mehr innere Freuden, inneres Glück.“ Letzteres hänge aber nicht von dem Besitze ab, sondern davon, ob wir es verstehen, mehr oder weniger aus unserem Leben zu machen. Materieller Besitz sei nur Mittel, nicht Ziel.
Im Beginne der 2. Vorlesung erklärte Mr. H., er wolle kein System geben, sondern nur die Grundlagen eines einfachen Lebens aufweisen.
Er zählte dann grosse Mäânner aus alter und neuer Zeit auf, die Einfachheit des Lebens gefordert haben(Plato, Franz von Assisi, Thom. Moore, Rousseau, Ruskin), wies die puritanische Einfachheit, welche die Kunst leugnet und vernachlässigt, zuruck,


