Aufsatz 
Das Oxforder Summer Meeting von 1901 als Volksbildungsmittel und sein Wert für die deutschen Lehrer des Englischen / von J. Luley
Entstehung
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Von den Vorlesungen über Geographie besuchte ich nur zwei, von Ab- teilung 1 und 2 je eine. In„River Basins“ war der Vortragende zwar kein eleganter Redner, trug aber seinen spröden Stoff in klarer Weise vor. Er schien vielfach deutsche Forschungen auf diesem Gebiet studiert zu haben.

Mr. Mackinders Vortrag zeichnete sich gleichfalls durch grosse Ubersichtlichkeit aus. Man hörte dem gewandten Redner mit grossem Interesse zu.— Die Vorlesung über „Evolution of the Brain“ brachte mir wenig Gewinn, da ich einen äusserst ungünstigen Platz hatte und der Redner nicht übermässig deutlich sprach. Der Vortrag soll aber recht gut gewesen sein.

Nicht vergebens hat John Ruskin gefordert, dass man in dem Volke den Sinn für die Kunst wecke und pflege als ein treffliches Mittel, den Menschen vor dem Mate- rialismus zu schützen, ihm höhere, edlere Interessen als das Trachten nach Geld und Gut und Vorwärtskommen im Leben einzuflössen. So bot man auch in Oxford Ver- schiedenes auf diesem Gebiete.

Mr. William, M. A. Mus Bac.-Cambridge, hielt 3 Vorträge über Musik. Die Ausführungen wurden öfters durch Klavierspiel unterstützt. Die erste Vorlesung schien wenig zu gefallen; der zweiten wohnte ich nicht bei; die dritte zeigte den Redner als einen tüchtigen Kenner und Verehrer der Wagner'schen Musik. Meines Erachtens konnte jedermann, der Interesse an der Musik hat, aus der Vorlesung ein leidliches Verständnis der Wagner'schen Kunst, welche die dem Reiche der Tôöne gezogene Grenze innehält und so scharf scheidet zwischen der dem Dramatiker und dem Tondichter zukommenden Aufgabe, mit nach Hause nehmen.

In einer Reihe von Vorlesungen suchte man uns„Students“ Wesen[und Ent- wicklung der normannischen Architektur klar zu machen, ferner die Entwicklung der Gewölbe der Kathedralen und die der Pläne der schönsten und grössten Dome der Welt. Die Vortragenden schlossen ihre Ausführungen an zahlreiche schöne Lichtbilder an und machten damit ihre Vorlesungen zu einem Kunstgenuss. In rednerischer Be- ziehung brachten einige der Vorträge den Beweis dafür, dass die an den englischen Universitäten besonders gepflegte Rhetorik nicht immer gute Frucht trägt. Die Vof- lesungen fanden eine hübsche Ergänzung in den Besuchen von Kirchen und Colleges, bei welcher Gelegenheit das vorher durch Wort und Bild Erläuterte in der Wirklichkeit angeschaut werden konnte.

Eine Stunde ward der Malerei gewidmet. Mr. Horsburgh sprach über die frühitalienische Malerei. Seine klaren Ausführungen, in denen er öfters auf den grossen Kunstkritiker Ruskin Bezug nahm, wurden durch wohlgewählte und vorzüglich geord- nete Lichtbilder, welche Werke italienischer Meister dieser Periode in genetischer Folge darstellten, unterstützt.

Ich gehe nun zur Schilderung des Kapitels über, das uns Schulmänner am meisten interessiert:

History, Theory and Practice of Education.

An erster Stelle möchte ich den Vortrag über„Economics and Education“ behandeln, da er das Erziehungswesen im allgemeinen zum Gegenstand hat. Die Vor- lesung wurde gehalten von Mr. Sadler, of the Education Department. Die mit grosser