Aufsatz 
Das Oxforder Summer Meeting von 1901 als Volksbildungsmittel und sein Wert für die deutschen Lehrer des Englischen / von J. Luley
Entstehung
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Königs bei.— In wenigen Sätzen legte der Redner den heftigen Streit zwischen H. II. und Thomas a Becket dar und erklärte, die Ermordung des letzteren bedeute eine Niederlage des Königtums. Hinsichtlich der Streitfrage selbst meinte Mr. Marriott, sie sei erst durch die Reformation entschieden worden, aber ihre Lösung sei eigentlich heute noch keine vollständige. Dann schilderte der Redner den Streit um die Besetzung des erzbischöflichen Stuhles zwischen Christ Church, dem König und den Mönchen von Canterbury und legte dar, wie dieser Kampf um das Recht der Ernennung des Erzbischofs zu einem Streit zwischen König(John) und dem Papste(Innocenz III) wurde und bezeichnete als dessen Gipfelpunkt die Exkommunication des Erzbischofs. War in dem obigem Streit der schwache König dem gewaltigen Papste unterlegen, so sollte sich der Stand der Dinge im nationalen Sinne und Interesse ändern, als die Regierung des Landes in die kräftigeren Hände Ed. I. übergegangen war. Der Versuch des Papstes, sich in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen, indem er, sich auf das seit Johns Niederlage bestehende Vasallen- verhältnis berufend, den Krieg gegen Schottland verbot, erregte das englische Volk so, dass es sich gegen den Papst auflehnte. Der Eingriff hatte den nationalen Sinn des Volkes beleidigt. Eduard legte die Angelegenheit seinem Parlamente vor, und dieses zeigte sich auf der Höhe. Es entschied: Der König darf dem Papste nicht antworten.

Ed. I. war es also, welcher der englischen Kirche wieder den Charakter gab, den sie in der vornormannischen Periode gehabt hatte, nämlich den einer nationalen Kirche.

Der Vortragende schloss seine interessanten Ausführungen mit dem Hinweis, dass die von ihm behandelte Frage:„Kirche und Staat“, nicht nur eine Frage der Vergangen- heit sei, sondern auch eine solche der Gegenwart, ein Problem, das auch in der Zukunft fortdauern werde, vielleicht unlösbar sei. Gerade deswegen sei diese Frage von besonderem Interesse, und sie werde es stets sein für alle diejenigen, welche die staatlichen Einrichtungen und die Menschen studieren wollen.—

Zeigt der Inhalt der Ausführungen, wie in England schon frühe der nationale Gedanke, vorbereitet von der Kirche, sich entwickelte und sich auch nach einer von aussen hineingetragenen Störung, der normannischen Eroberung, in kritischer Zeit bewährte, so sind meines Erachtens Fragestellung, Gruppierung und Beurteilung der Thatsachen geeignet, uns darzuthun, wie heute in den Kreisen der Gebildeten der nationale Gedanke alles durchdringt, und wie man es sich angelegen sein lässt, diesen Gedanken in dem englischen Volke zu stärken, indem man ihm zeigt, dass jede Politik eine Verirrung ist, die eine menschliche Gemeinschaft, besonders die kirchliche, ausserhalb des nationalen Rahmens stellt..

Magna Carta.(Mr. Jenks).

Eine sehr interessante zweistündige Vorlesung hatte die Magna Carta zum Gegenstand. Der Vortragende, der sich einer überaus deutlichen Aussprache befleissigte, führte etwa folgendes aus:

Wir sind gewohnt, die M. C. als Grundgesetz der Freiheit des englischen Volkes anzusehen. Diese Auffassung ist eine irrige, die M. C. ist nicht der Freiheitsbrief des englischen Volkes, sondern nur eines sehr geringen Bruchteiles der englischen Nation. Artikel 14 der M. C. schafft nichts, das wie ein Parlament aussieht. Dem„Com-