Aufsatz 
Apparate aus der Apparatensammlung für den chemischen Experimentalunterricht am Realgymnasium zu Giessen / von Erb
Entstehung
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der Entfernung des Gefäßes von der Stütze. Grundſätzlich ziehe man das Gefäß ſo dicht an die Stütze heran, als ſich dies mit der ſonſtigen Anordnung des Apparates in Einklang bringen läßt. Der Verbindungsteil mit der Stütze, der Arm, wird zunächſt ſchmal gehalten. In einiger Entfernung von der Stütze läßt man ihn an Breite allmählich ſo zunehmen, daß er mit voller Stützenbreite an dieſer anliegt. Dicht an der Stütze unterlegt man den Schiebearm mit einem ſchwachen Leiſtchen zur beſſeren Führung. Mit einem Führungszapfen von 1015 mm Breite wird der Arm genau in den Ausſchnitt der Stütze eingepaßt. Die Länge des Zapfens muß genau der Stützenſtärke entſprechen. Er wird hinter der Stütze mit einem Brettchen von 25 mm Höhe, das rechts und links ca. 2 mm über die Stütze übergreift, feſt verbunden. Am beſten eingelaſſen, eingeleimt und feſtgekeilt.

Bei manchen Apparaten, Schwefelwaſſerſtoffapparat, Ammoniakſodaapparat z. B., ſind zum Feſthalten der Woulf'ſchen Flaſchen keine Schieberinge ſondern Schiebearme verwendet, die einen einfachen, langen Schlitz in der Weite der Glasröhren der Flaſchen haben.

In manchen Fällen wurden auch ſtatt dieſer Holzhalter ſolche von Metall verwendet. Dieſelben beſtehen aus einem 6 mm ſtarken Eiſenſtab mit einfacher Klemmvorrichtung aus ſtarkem Eiſenblech mit Schraube(ſiehe Abbldgn. 1 u. 14).

Macht die Anordnung der Gefäße Tellerſtative erforderlich, wie dies namentlich für Waſch⸗ und Trockenflaſchen notwendig iſt, ſo zapft man, wenn dies angeht, den Teller einfach in entſprechender Höhe in die Stütze des Halters ſelbſt ein. In andren Fällen verfährt man wieder beſſer ſo, daß man den Halter an Fuß und Teller des Stativs befeſtigt(ſiehe Abbldgn. 1 u. 17).

Zur Vermeidung des Hin⸗ und Hergleitens der Glasgefäße auf ihrer Unterlage, bezw. des Herabgleitens von derſelben während des Tragens, ſteht der Fuß der Gefäße in 10 mm ſtarken Holzringen, die auf der Unterlage aufgeleimt ſind. Ringe und Halter zuſammen machen dann ein Herabgleiten der Gefäße ſelbſt bei ſtärkſter Neigung des Apparates unmöglich.

Einfache, aus 4 mm ſtarkem Eiſendraht gebogene Dreifüße, die ſehr billig im Handel zu haben ſind, dienen als Kochſtative. Als Unterlagen unter die Kochgefäße verwende ich nur kreisförmige Scheiben aus 2 mm ſtarkem Eiſenblech, deren Oberſeite mit gewöhnlichem Drahtnetz überzogen iſt, ſog. Drahtnetzbleche. Ein Springen der Kochgefäße beim Anwärmen tritt dabei faſt nie ein, das Sieden geſchieht an der ganzen Bodenfläche faſt gleichmäßig und läßt ſich leicht regulieren. Ihre Haltbarkeit iſt unbegrenzt.

Zu Waſch⸗ und Trockenflaſchen wähle man nur ſolche mit eingeſchliffenem Helm.

Die Bunſenbrenner ſtehen nicht unmittelbar auf dem Fußbrett, ſondern auf Zinkblech⸗ ſcheiben von ca. 70 mm Radius, die auf durchbrochenen Holzringen befeſtigt ſind. 1

Die Deutlichkeit des Sehens erfordert, daß die Verſuche in einer gewiſſen Höhe über der Tiſchplatte ausgeführt werden. Bei Apparaten mit Kochſtativen ergiebt ſich dieſe Höhe von ſelbſt. Andre Kohlendioxyd⸗ und Waſſerſtoffentwickelungsapparate ꝛc. müſſen Unterlagen von Klötzen haben. Zur Vermeidung dieſer Unterlagen bringt man unter dem Fußbrett ent⸗ ſprechend hohe Füße an oder, und das iſt das zweckmäßigere, man ſetzt auf das Fußbrett eine entſprechend hohe Brücke auf.

Sollen die Apparate in die Schränke gebracht werden, ſo müſſen die hohen Trichter⸗ röhren und die Gasleitungsröhren vorher abgenommen ſein. Es müſſen für dieſelben an dem Apparate entſprechende Haltevorrichtungen angebracht werden, die ein Herabfallen verhindern. In Abbildung 1 ſind dieſelben zu erkennen. Das Gasleitungsrohr ſteckt in den Bohrungen zweier kleiner Seitenarme der Stütze, das Trichterrohr in zwei kleinen Vorhangsringen, die über den Stativdraht gelegt ſind.