Aufsatz 
Apparate aus der Apparatensammlung für den chemischen Experimentalunterricht am Realgymnasium zu Giessen / von Erb
Entstehung
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4 gegeben, wenn man ſie in einem gemeinſamen Holzfuß befeſtigt. Durch Erſatz der ſchweren und langen Eiſenſtative durch Halter, Stützen u. ſ. w. aus leichterem Material, durch geſchickte Anordnung der einzelnen Teile zu einander laſſen ſich Gewicht und Größe der Apparate auf das richtige Maß beſchränken.

Von dieſen Geſichtspunkten geleitet, wurde es unternommen, ſolche Unterrichtsapparate ſelbſt herzuſtellen und in einer Sammlung zu vereinigen.

Nachſtehend ſind einige dieſer Apparate beſchrieben und abgebildet. Für die Herren Fachkollegen, an deren Anſtalten Handfertigkeitsunterricht betrieben wird, oder die ſich ähnliche Apparate ſelbſt herſtellen wollen, iſt die Art und Weiſe ihrer Anfertigung näher erläutert. Fertig laſſen ſich unſere Apparate von Herrn Mechaniker Wilh. Schmidt zu Gießen(Goethe⸗ ſtraße 35) beziehen.

Berſtellung der Apparate.

Die Geſtelle der Apparate ſind faſt durchweg aus Tannen⸗ und Erlenholz gearbeitet. Das Holz muß ſehr gut ausgetrocknet und aſtfrei ſein. Zu Fußbrettern wurde ſolches von 10 12 mm Stärke, zu Stützen, Haltern und Tellerſtativen ſolches von 8mm verwendet. Das Erlenholz beſteht aus den gewöhnlichen Platten, wie ſie in der Fabrikation der Zigarrenkiſtchen Verwendung finden. Ihre Stärke beträgt 3,5 und 5 mm.

Die Fußbretter ſind an den Schmalſeiten durch Unterlage von 68 em breiten Holz⸗ ſtreifen zu verſtärken. Man vergeſſe dabei nicht, vorher die Ausſchnitte für Stützen und Stative im Fußbrett anzubringen. Sind die Verſtärkungen befeſtigt, ſo verkleidet man den Rand des Brettes mit Streifen von Erlenholz. Dieſe Streifen läßt man oben 23 mm überſtehen und ſchneidet ſie an den Längsſeiten zwiſchen den Verſtärkungsſtreifen bogenartig aus, wie dies in verſchiedenen Abbildungen erſichtlich iſt. Leicht läßt ſich auch der ganze Fuß mit einer Erlen⸗ holzplatte fournieren. Nach Fertigſtellung wird der Fuß mit Glaspapier tüchtig abgerieben und geglättet.

Stützen und Halter ſollen die Eiſenſtative und ihre Klammern erſetzen. Das Herſtellungs⸗ material kann man verſchieden wählen. Entweder fertigt man die Stützen aus einfachem 8 mm ſtarkem Tannenholz. In dieſem Falle muß man ſie beiderſeits, mindeſtens aber einſeitig, durch der Form der Stütze entſprechend geſchnittene Rippen verſtärken(ſiehe Abbldg. 1). Oder man überzieht das Tannenholz zuerſt einſeitig mit Erlenholz, oder man ſchneidet die Stütze ganz aus doppelter Erlenholzplatte mit gekreuzter Faſer. Alle dieſe Maßnahmen haben den Zweck, einer nachträglichen Krümmung des Holzes vorzubeugen. Aus demſelben Grunde ſind alle Stützen ſtets mit der geſamten Breite in das Fußbrett einzulaſſen.

Die Höhe der Stützen ſteht in Beziehung zu der Höhe des zu ſichernden Gegenſtandes, bezw. zu der Höhe, in welcher der Gegenſtand feſtgehalten werden ſoll. Die Breite muß in das richtige harmoniſche Verhältnis zur Höhe gebracht werden. Sie ſchwankt zwiſchen 5 und S em am Fußende. Nach oben hin läßt man ſich die Stütze etagenweiſe bis auf 3 bezw. 4 cm verjüngen. Der Breite entſprechend ſind dieſe Etagen verſchieden hoch zu wählen, ſtets wird die untere die kürzere, die obere die rert ſein müſſen. Die Üübergänge der Etagen in einander ſäge man konvex oder konkav heraus.

Der Halter, welcher die Klammer des Eiſenſtativs erſetzen ſoll, beſteht in einem Holz⸗ ring mit Arm, der ſich in einem rechteckigen Ausſchnitt der Stütze ſchieberartig bewegen läßt (ſiehe Abbldg. 1). Den Ring ſägt man aus einer Doppelplatte von Erlenholz aus, die man durch Aufeinanderleimen zweier einfacher Erlenplatten Faſern gekreuzt erhält. Die Wand⸗ ſtärke des Ringes braucht nur 7 mm zu betragen. Seine üffnung richtet ſich nach der Stärke des Flaſchenhalſes, den der Ring gerade umfaſſen ſoll. Die Länge des Halters richtet ſich nach