— 7—, zu brechen. Er verteidigt hartnäckig seinen Anspruch auf das Lehen des Grafen Ybers, das dieser unrechtmässiger Weise dem Bastard Bernier übertragen hatte, und schreckt selbst nicht vor einem Kriege mit den übermütigen Baronen zurück.
Im zweiten Teile unseres Epos, der Ende des 12. oder Anfang des 13. Jahrhunderts entstand(Intr. p. IV), also in einer Zeit, in der das Königtum wieder erstarkt war, er- scheint auch die königliche Macht in ganz anderem Lichte. Selbstbewusst tritt König Ludwig der Versammlung von St. Cloot entgegen. Graf Guerri führt den königlichen Befehl, seine Tochter auszuliefern, sofort aus. Im ersten Teile gilt den Baronen die geweihte Person des Königs so wenig, dass sie sich hinreissen lassen, ihn zu verwunden ¹). Als König Ludwig in dem im zweiten Teile geschilderten Kampfe gegen Bernier und seine Verbündeten vom Pferde gefallen ist, wagen diese nicht, ihren Vorteil auszunützen, sondern ziehen sich zurück ²). Lutice ermahnt ihre Söhne, dem König treu zu dienen ³).
5. Wie die Merovinger haben auch die Karolinger und die ersten Capetinger Adelsversammlungen, deren Zusammen- setzung sehr verschieden war, bperufen, um über wichtige Angelegenheiten zu beraten. Unser Dichter schildert zwei grosse Versammlungen dieser Art. Einmal entbietet der
¹) Nes l'empereres n'ot pas le cors entier, Car B. si ala acointier: Parmi la cuisse li fist le branc glacier, Si d'il le fist a terre trebuchier. 5432. ²)„En non Dieu, sire, nos alons folement. Don n'est nos sire li rois ou France apent, Qe je voi ci en ci mortel torment? En aucun tans raruns acordement, Se il li plaist et Jhesu le consent. Se m'en creés ja iert laissiés atant. C'il nos assaillent, bien soions deffendant,“ 5970. ³)„Anfant, dist elle, molt vous devés amer, Et vostre pere servir et honorer; Le roi de France a vo pooir garder, Car contre cel ne puet nus hons aler, Et c'il i va a mal li doit torner, Et la corone essaucier et lever. S'ainsis le faites con vous m'oés conter, Sos ciel n'a home qui vous puisse grever.“ 8212.


