Aufsatz 
Über Schulgeist und einiges damit Verwandte / Johann Valentin Klein
Entstehung
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praktiſch durch Uebung in fremden Sprachen zu erlernen; oder über der Erwerbung des abſtracten Ziffernealculs frühe und lebendige Anſchauung der Zahl⸗ wie der Raum⸗Verhältniſſe zu verabſäumen; oder Geſangs⸗ und Zeichnungs⸗Uebung nur mit den wenigſten Schülern, oder ſo anzu⸗ ſtellen, daß mancherley Lehrſtunden für ſie mit einander ins Gedränge kommen; oder endlich, iſt das gänzliche Auſſerachtlaſſen gemeinſamer zweck⸗ dienlicher gymnaſtiſcher Uebungen ſo kurzer Hand gerechtfertigt durch das Urtheil der Gewohnheit:Gymnaſien ſind ausſchließlich, oder vorzüglich Sprach, nicht Sach- und Kunſtſchulen: ſind beſonders Schulen alter Sprachen Wohl liegt Wahres und durch lange Erfahrung Geheilig⸗ tes in dieſem Urtheile. Aber ſchließen denn alte todte Sprachen auf dem naturgemäßen Wege zu ihrer Erwerbung alles übrige Genannte aus? ſet⸗ zen ſie es nicht vielmehr, eben um nicht alt und todt ſondern lebendig weiter bildend in die Welt einzutreten, voraus? und fordert nicht dieſe Vorausſetzung auf, obige Fragen zu entſcheiden nach dem, was ſchon der erfahrene und denkende römiſche Schulmann in ähnlichen Beziehungen ſagt: (Quinct. XII. 1.) Negant duidem, quia confundatur animus, ac fa- tigetur tot disciplinis in diversum tendentibus, ad quas nec mens, nec corpus, nec dies ipse fufficiat. Sed non satis Perspiciunt, quan- tum natura humani ingenii valeat, quae ita est agilis et velox, sic in omnem partem, ut ita dixerim, spectat, ut ne possit quidem ali- quid agere tantum unum: in plura vero, non eodem die modo, sed eodem temporis momento vim suam impendat, etc. 7

Weit entfernt die Anſichten der Vorzeit über das Fach des Unterrich⸗ tes und der Erziehung für unſere Zeiten und Länder überall anwendbar finden zu wollen,*) kann der Verf. doch nicht umhin wenigſtens noch eine

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zwey⸗

*) So iſt Quintilians(cap. X, 34, 35) Anſicht der Geometrie, welche, Zahl⸗

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