— 20— 2) wo und wie iſt bey Gymnaſien der Anknüpfepunct für namentlich die Gymnaſtik,(einen Zweig der Elementarbildung) dergeſtalt, daß dieſe, ſtehend in das Weſen und die Form der Gymnaſialbildung aufge⸗
nommen, ihre beſcheidne, für Seele und Vaterland heilſame Stelle immer⸗
während behaupte?— 1
Wwoohl leuchtet ſogleich einem jeden der größere Theil der Hinderniſſe ein, die von Seiten des uralten, bisher faſt blos muſiſchen Gymneſial⸗ Geiſtes wider jede wahre, oder anſcheinende Neuerung in ſeinem Gebiete ſich erheben, und er, d. h. alle diejenigen, die aus Gefühl, oder Gründen das Alte und Lobenswerthe in ihm berückſichtigen, dabey aber menſchlich manches Herkömmliche überſchätzen, haben ein Recht dazu. Doch iſt auch das Recht derer nicht zu verkennen, die mit gleich lebhaftem Gefühle und
mit nicht blos entgegenſtehenden, ſondern überwiegenden Gründen, dem
Verſuche einer Zeit⸗ und Ort⸗gemäßen und einem ewigen Maßſtabe näher
rückenden allmähligen Uebertragung, Umbildung, oder Vereinigung ſich un⸗ terziehen. Wer es unternimmt, gewinnt ſicher einen rüſtigen Gehülfen und uicht ganz verwerflichen Zeugen der Güte und Wahrheit ſeines Unter⸗ nehmens: den Geiſt der lebendigen, friſchen, noch weniger in die durch tauſend Rückſichten zuweilen ertödtende Klugheit des ſpäteren Alters einge⸗ zwängten Jugend ſelbſt; und es ſteht als gerechter, ehrwürdiger Gegner, die ſtile Gewohnheit, der Inbegriff aller, die ihre bewußt und un⸗ bewußt erworbene Lebensweiſe und Lebensanſicht mit dem Ungewöhnlichen deßhalb noch nicht ausgeglichen haben. 1—
Iſt aber, um etwas Namentliches aus dieſem durch nöthige Abge⸗ ſchloſſenheit der Schule leicht erſtarrenden Gewohnheitskreiſe anzuführen,— iſt die ziemlich allgemein herkömmliche Weiſe, die Mutterſprache nur auf ihrer gegenwärtigen, nicht auch früheren Bildungsſtufen, und dabey faſt nur
. practiſch


