Aufsatz 
Über Schulgeist und einiges damit Verwandte / Johann Valentin Klein
Entstehung
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aber wird, damit die Begriffe nicht durch zu weite Anwendung unbe, ſtimmt werden, es nöthig, die Schule im engeren Sinne zu bezeich⸗

nen, blos als der Jugend gemeinſame Entwicklung auf dem geraden Wege nach Einem Lebensziele.

Und welches iſt dieſes Lebensziel? Bewußte Erfaſſung jedes Be⸗ ſonderſten im Allgemeinſten, und umgekehrt des Allgemeinſten in jedem Beſonderſten. Es treten nehmlich die Bilder des Guten, Schönen und Heiligen(der Sittlichkeit, Kunſt und Religion) nur durch Wahrheit, ur⸗ bildliches Verknüpfen der Getrennten, aus ihrer Beſonderheit in das voll⸗ ſtändigſte Licht der Offenbarung, und es iſt ans dieſem Geſichtspunkte Wol⸗ len, Können und Anbeten Gegenſtand der allbeleuchtenden Sonne des Wiſ⸗ ſens, und darum ihr untergeordnet. Aber auch umgekehrt die Wiſſenſchaft kann allen und jedem der Genannten in anderen Beziehungen und aus an⸗ deren Standpunkten des Lebens, als untergeordnet betrachtet werden; ſo die Kunſt der Sittlichkeit, dieſe der Kunſt, oder die Wiſſenſchaft dieſer, oder der Religion u. ſ. w. je nachdem die Frage und das Streben mehr auf Inueres, oder Aeuſſeres, Allgemeines, oder Beſonderes, Bedingung, oder Wirkung u. ſ. w. gerichtet iſt. Daher nun zwar das Recht zu beſon⸗ deren Schulen der Kunſt, der Sitte, der Religion, det Wiſſenſchaft, bis herunter zu Schulen der gewöhnlichſten Fertigkeiten; aber darin auch der Grund des immerhin merklichen Vorwaltens der Wiſſenſchaft in faſt jeder Art von Schulen; der Grund der ebenbürtigen BezeichnungenProfeſ⸗ ſion und Profeſſur u. a. m. Das Kunſtwerk, wie das einzelne frey aus Erkenntniß als Kunſtwerk ſich hervorbildende Leben, ſo wie der heili⸗ gende Grund des Daſeyns ſind in Kunſt⸗ Sitten- und Religions⸗Lehre wiſſenſchaftlich zu beſtimmen, und darum häufen ſich, bey der Tiefe und Ausdehnung die das Beleuchtende und Ordnende, die Wiſſenſchaft, von b 2 Jahr