Aufsatz 
Über Schulgeist und einiges damit Verwandte / Johann Valentin Klein
Entstehung
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und ſeiner Umgebung, und das in Zeit unb Umgebung durch ſeine Schüler zunächſt zu Erhaltende, oder zu Ergänzende und Fortzupflanzende erkennt und thätig berückſichtigt. Die Schule will mannigfaltige Spröß⸗ linge zu edlen Früchten heranreifen machen, und in allen einen Geſammt⸗ geiſt entwickeln, der den großen Geiſt der Menſchheit in umfaſſender Be⸗ ſonderheit rückſtrahlt..

Dieſer Geiſt kann nach vielen Hinſichten, namentlich nach ſeiner ſitt⸗ lichen, künſtler iſchen, wiſſenſchaftlichen und religiö⸗ ſen Natur gewürdigt werden; und in ſolcher Beziehung zerfallen auch die Schulen, je nachdem ſie die eine, oder die andere Seite menſchlicher Aus⸗ bildung vorherrſchend bezwecken, unter eben ſo viele Geſichtspuncte. Je⸗ doch können, da es in dem Reiche des Wollens, Könnens, Wiſſens und gottinnigen Glaubens ſo unendliche Unterſchiede und mehr Verſchiedenhei⸗ ten, als aufgezählte Unterſcheidungen giebt, und daſelbſt die verſchiedenſten Schulen, wie etwa der Mönche und der Krieger wenigſtens den Geiſt ſtrenger Zucht mit einander gemein haben, die geiſtigen Gränzen nie aufs Genaueſte abgemarkt werden, innerhalb welcher die Heranreifenden ſich re⸗ gen, vorſchreiten und ausſprechen ſollen, oder gegebenen Falles ausſprechen. Ein wogender Kreis, voll beſonderer unentwickelter, gleichſam algebraiſcher Formeln, zu deren harmoniſcher Auflöſung die Schule nicht Grundkraft, aber Anweiſung, Uebung, Sporn verleiht, iſt die Form des Schulgei⸗ ſtes. Täglich tritt in dem Kreiſe das Beſonderſte durch Auflöſung und Anwendung mehr in das Bewußtſeyn ſeiner Rechte und ſeiner Stelle in der allgemeinen Verkettung; und der Inhalt des Schulgeiſtes iſt jene vielſeitige, auf naturgemäßem, gemeinſamem Wege zu bewußter Ent⸗ wicklung begriffene Grundkraft. Das ganze geſellige Leben erſcheint ſomit als eine Schule, und oft iſt es ſchon ſo genannt worden. Darum

. aber