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ligions⸗Gründer, die auf lebendiges Fortſchreiten der ſichtbaren Geſammt⸗ heit durch Schulen Rückſicht nahmen, wenigſtens bis zu dem negativen Puncte, daß darin nichts wider Staat und Religion gelehrt werde, ihre Sorgfalt ausgedehnt. In Europa hat das in neueren Zeiten factiſche Vorherrſchen des Staates über die Kirche auch die Schulen von Staats⸗ Rückſichten und Staats⸗Gewalten abhängiger gemacht; und darum zeigten dieß Verhältniß ſogar die geräuſchloſen Anfänge des Armenvaters in der Schweiz und des Turners in Preuſſen, mochten des Staates Vorſteher abſichtlich nur gewähren laſſen, oder abſichtlich unterſtützen.
Nie iſt dem rechten geſammten Staats, und Kirchen⸗Geiſte, der rechte Schulgeiſt entgegenſtehend, wenn gleich die Geſchichte, beſonders die neuere, Beyſpiele in Menge aufweiſet von unüberwindlichem Wider⸗ ſpruche, zu dem der letztere, beſſer oder ſchlimmer, im Stillen heranreifte. So wie aus einigen anderen Gründen, ſo zugleich mit daraus die Erſchei⸗ nung, daß zuweilen der Höhemeſſer des beſſeren Schulgeiſtes mit dem Schwe⸗ remeſſer der bürgerlichen Laſt in ungekehrtem Verhältniſſe ſteigt, und na⸗ mentlich die Erſcheinung, daß dieſes Verhältniß wiederum ein ſcheinbar um⸗ gekehrtes zu beyden Seiten des Rheines war. Dort Herrſchaft und Glanz des Staates und Sinken der Schulen und des edleren Schulgeiſtes; hier bey jeder neuen erlittenen Beraubung und Unterdrückung größtentheils leben⸗ digere und bewußtvollere Geſammtanſtrengung im Bildungsweſen der Ju⸗ gend. Auffallend beweiſen dieſe Erſcheinungen und deren Erfolg die Wahr⸗ heit des Gedankens, den der Redner an das deutſche Volk(Fichte 1808.) äuſſerte: daß dem Staate poſitiv anheimfalle die Durchführung des Planes, ein Volk, ohne offenbare Erregung der Eiferſucht des fremden Zwingherrſchers, über dieſen und ſeinen Geiſt zu erheben durch Geſammt⸗ bildung, geiſtige und körperliche, in allen Ständen. Zugleich beweiſt ſie
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