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chen Themas des Zeitgeiſtes, der da wieder hinſtrebt, von wannen er abſtammt und ausgieng?— Und wird dieſer ſeine Herrſchaft je enden 2.. Noch ſitzen an allen Winkeln des Erdentempels Halbmenſchen, und die Ge⸗ bildetſten der Mitte— wann wird ihnen der ewige Lenz anbrechen?— So gewiß Zeitgeiſt Inbegriff herrſchender Ideen iſt, die, aus einander ſich entwickelnd, in das Bewußtſeyn und Leben der Menge treten, ſo gewiß weicht er nicht eher, als bis er, die Runde durchlaufend, endlich auch die ergriffen und durchwandelt hat, die an den Enden ſind. Der ſichtbare Menſch aber ſchwebt ſtets zwiſchen Licht und Finſterniß, in Empfindungs⸗ und Thaten⸗Wechſel, und der Geiſt der Zeit iſt oft ein langer, trüber⸗ kaum aufzulöſender Mißklang. Alles Verſchledne, was meiſt ohne Unter⸗ ſcheidung durch Sitte bezeichnet wird, umfaßt er; darum auch jenes nicht ganz leere Formenſpiel flüchtiger Augenblicke, die Mode, ſeine ver⸗ gänglichſte, äuſſer 8 Hülle. 1
Im Gegenſatze des Zeitgeiſtes waltet der Botksg eiſt. Jener dringt beweglich zur allumfaſſenden Allgemeinheit hin, dieſer, ſcheinbar ruhig, und, ſey er germaniſch, oder ſclaviſch, oder anders, ſtets ſich ſelbſt gleich, birgt und ſchirmt großartig das Beſondere. Beide, als erſcheinende, vermit⸗ teln ſich durch einander in Staats⸗ und Kirchen⸗Geiſt; Staat ge⸗ dacht als lebendig gegliederte Verbindung der Einzelnen, in wie weit ſich ihr Geſammtleben auf das Sichtbare, beym Lebenswechſel der Einzelnen für alle Bleibende, richtet; Kirche, in wie weit ihr Geſammtleben, auf das wechſellos Ueberſinnliche gerichtet, durch ſinnbildliche Einheit verknüpft iſt. Auch dieſe, Staaten- und Kirchen⸗Geiſt, ringen nach Einheit durch mancherley Ordensgeiſt, beſonders in dem Erdtheile, deſſen Staaten das Chriſtenthum in gleicher Art, wenn auch nicht in gleichen Gattungen n. ſ. w. durchdrungen b4
Geſtalt


