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6. Ein Plaͤzchen gar ſonnig Im Thale liegt; 4 Ein Kindlein ſich wonnig An Blumen ſchmiegt.
Es traͤumet entzücket Von ſeliger Luſt: Ein Engel erblicket Und hebts an die Bruſt.
Sie ſchwinden und ſchweben Zum heiligſten Thron; Die Engelein weben Eine Sternenkron',
Und ſchmuͤcken dem Kinde Die Schlaͤfe ſchoͤn; Und tiebliche Winde, Sein Haupt umweh'n.
Die Mutter zerreiſſet Ihr weiſſes Gewand: In Sturmgeheul kreiſet Ein ſchwarzes Band.
Da nahen ihr Duͤfte So roſig und hehr: Da tragen die Luͤfte
7. Des Mädch
Einſam an der gruͤnumwachſnen AQuelle Saß das Maͤdchen, miſte⸗ mit der
Welle Seine heiße Thraͤne wehmuthsvoll, Die aus ſchoͤnſten blauen Augen quoll. Rinne Baͤchlein nach dem wilden Meere Wo mein Trauter weilt, Zum Grab Chriſti eilt,— Bring' ihm rauſchend dieſe heiße Zaͤhre.
Sag' ihm an, daß die Geliebte klaget, raurig, wenn die Morgenſonne — taget Bis 9. binter das Gebirg ſicch neigt, Do ie Nacht aus feuchter Tiefe ſteigt; un erquicket jede Bruſt der Schlum⸗ mer;
Ihr Kind daher. 2. B ens Klage. TAAr
Doch beim Mondenſchein
Siz' ich hier allein
Stets, und nage meinen herben Kum⸗ . mer. 1 4
Tauſend Blumen ſehn mich an und
. ſagen,
Freue dich in deinen Fruͤhlings⸗
ELagen,— Sieh ich bluͤhe jezt in friſcher Wonne, Morgen welket mich die heiße Sonne? Doch das Meer nur hoͤrt mein Herz Wo mein Trauter weilt Wo die Woge heult! Heil'ge Jungfrau lindre meinen
— Schmerz.
& In des Phoͤbos erſtem Glaͤnzen ſchoͤngeſchmanen rahle⸗
8. Der Hirte.
Dicht an Aulis 9 Argier im Kriegesſtahle.
— p. SaTas Felſenbord
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