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zogen laſſen und, ſo bald ſie ſich ſelbſt verſuchen wollen, den meiſten reich⸗ lich genng den liebſten Stoff darbieten. Man wird bald gewahr, wie nichts allgemeiner, als der Menſch, den Menſchen intereſſirt“); und darum iſt die alte Mythologie ſo einzig bildſam und anziehend, weil ſie ſo reich an menſch⸗ licher Geſinnung, Erfahrung und Handlung iſt. Es ſezt ihren Geiſt auf eigne Weiſe ins Licht, wenn man bemerkt, wie auch Anfaͤnger den einfachen Sinn ihrer Geſtalten finden und ihre Vielbedeutſamkert durch wohl erfundne Pa⸗ ramythien(im Herderſchen Sinn) beweiſen. Hier ſey zugleich die erſte und beſte rhetoriſche Schnle, wie Homer den Griechen Lehrer der Beredtſamkeit war. Mit kaltem Verſtande, uͤber allgemeine Gegenſtaͤnde, nach kuͤnſtlich entworfnem und muͤhſam ausgefuͤhrtem Plan, ohne ein durch die Einbildungs⸗ kraft geſchaffnes Intereſſe, koͤnnen Maͤnner Abhandlungen machen; bei jun⸗ gen Leuten werden ſolche unerheblich ausfallen, ſo wie Brieſchen, Chrieen, Verſuche uͤber alltaͤgliche Dinge u. d. gl. an denen ſie zu wenig ſelbſt machen, die keine Poeme in der urſprünglichen Bedeutung des Worts ſind.
Diejenigen, denen productives Talent gaͤnzlich fehlt uͤben ſich doch in der Auffaſſung durch die Nachbildung von Aufgefaßtem. Iſt keine Quelle von Erfindung in ihnen zu oͤffnen, was kann beſſeres geſchehen, als daß ihnen der Genuß des Erfundenen geſichert werde? Das Genuiale kann zwar nur genial gefaßt werden; aber es waͤre ſehr zu beklagen, wenn die Mit⸗ telklaſſen zwiſchen eigentlicher Genialität und gemeinem kLeben nicht zahlreich ſeyn und immer mehr werden ſollten. Ein gewiſſer genialiſcher Sian ohne geniale Kraft, wohnt oder koͤnnte doch in ſehr vielen wohnen, wenn er zur cechten Zeit gebildet wuͤrde. Die Griechen lieſſen die Juͤnglinge beichnenn 5
2„Dem Einzelnen bleibe die Freiheit, ſich mit dem zu beſchaͤftigen, mas ihn rmihe was ihm Freude macht, was ihm näͤllich diucht; aber das eigentliche Studium de Menſchheit iſt der Menſch.“ Gothe.*
**) Ariſtot. Politik vIII, z. an zwei Orten und 6:„Eins der unmöͤglichen eder ſchweren Dinge iſt, tüchtig zu beurtheilen, wenn man an den Werken nicht Theil enomme nt.“ Daram ſalen fe auch Muuk lernen. Daſelbſ. 8. N. Walf im 1. Sricens mMuſeums der Alterthumswiſſenſchaft leitet die Nothwendigkeit des kateinſcreibe, 1 daraug ab, daß nur eignes productipes Kalent(d. h. nicht gerade uns


