— 5— 8
vorſichtigen Schreiber uͤber dieſen Stoff, ſo
wie ſie ihm ſchon zuvor in der Seele lag, ſehr nahe; indeſſen die Reinheit ſeiner Ab⸗ ſicht,— wenn auch nicht ſeiner Anſicht; als
welche am entſcheidendſten durch vernuͤnftig
erkannte ent⸗ oder wider⸗ſprechende Erſchei⸗
nungen in der Zeit gerichtet wird,— zugleich
eine, fuͤr die Behandlung eines minder lieb⸗
gewonnenen Gegenſtandes allzubeſchraͤnkte
Muße; und endlich der bibliſche Ausſpruch: „Pruͤfet Alles und das Beſte be⸗
haltet!“ beſtimmten ihn, das Eine, was
ihm Noth duͤnkt, zu eroͤrtern.
Und dieſes Eine moͤchte er ſogleich in die, dem Gange ſeiner Darſtellung guͤnſtigen. Worte faſſen:„Weihet euch dem ef gen, vernuͤnftigen Proteſtantis⸗ mus!“
1
Vielerley Deutungen und Verzerrungen oͤnnen dieſem Satze untergeſchoben werden. m meiſten dann, wenn man, in verkehrtem
Freiheitsduͤnkel, nur den Ausdruck Prote⸗ ſtantismus umfaßt; oder wenn man nur einen proteſtantiſchen Act,— den kirchlichen, im 16ten Jahrhundert zuerſt erſchienenen Pro⸗ teſtantismus,— darunter begreift; oder wenn
die


