der in dem ſpeculativen Theil ſeiner Kritik
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laͤugbat richtig, und der unſterbliche Hume wuͤrde, wenn er wiederkehren koͤnnte, ſeine große Befremdung daruͤber aͤuſſern, daß Kant,
im Grunde mit dieſem geiſtreichen Skeptiker
ganz uͤbereinſtimmt, ihn widerlegt zu haben
glaube. In der That muß jeder unbefan⸗ gene und die Sache penetrirende Denker ſich ſehr verwundern, wie Kant, der uns uͤber die Pflicht und das Recht ſo erhaben als kraͤftig belehrt, und in Abſicht der Grund⸗ Ideen dieſer heiligen Gegenſtaͤnde bis in den wahren Mittelpunct vernuͤnftiger Erkenntniß vorgedrungen iſt, ſich habe uͤberreden koͤnnen, daß durch ſeine ſpeculativen Darſtellungen der Humeſche Skepticismus vernichtet wor⸗ den. Hume behauptet(nicht gegen den ge⸗ ſunden Menſchenverſtand, den er gebuͤhrend
zu achten wußte, ſondern) gegen die dama⸗
ligen Metaphyſiker, daß nur eine ſubjective, nicht aber objective Wahrheit philoſophiſch⸗ moͤglich ſey, und die Kantiſche Kritik wider⸗ legt dieſe Behauptung ſo wenig, daß ſie viel⸗
mehr das gleiche lehrt und zu beweiſen ſucht.
Denn ſie lehrt ausdruͤcklich, daß die Grund⸗ linien aller vernuͤnftigen Erkenntniß ſubjec⸗ tive Formen(die reinen Anſchauungen und Kategorieen), und die Objecte nach ihrem
innern


