— 6—
Eltern faſt mit nichts, als mit den noͤthigen Lebensmitteln zu verſehen gebraucht, und er hatte, ohne ſie zu belaͤſtigen, ſeine Neigung zum Studiren befriedigen koͤnnen. Nun aber ſollte er von ihnen die Unkoſten verlangen, die eine Reiſe nach dem entfernten Altona und ein Aufenthalt in der theuren Stadt nothwendig foderten. Die Sache ſchien ihm unmoͤglich. Indeß ſein redlicher Lehrer(zu meinem Leid⸗ weſen kann ich den Nahmen dieſes Bieder⸗ mannes in meinen Papieren nicht auffinden) ſprach ihm Muth zu und verſprach ihm wirk⸗ ſame Empfehlungen. Aufgemuntert hiedurch eilte mein Vater zu ſeinen Eltern und eroͤf⸗ nete ihnen den Rath, den ihm ſein Lehrer gegeben, und ſeinen Wunſch, ihm zu folgen. Die Eltern geruͤhrt uͤber den Sohn, der da gedarbt hatte, um ſie nicht zu druͤcken, und durch die That uͤberzeugt, daß ſein Trieb nach Wiſſenſchaft tief und ernſtlich ſey, hießen ſeinen Wunſch gut, und thaten das moͤg⸗ liche, damit er bald in Erfuͤllung gehen koͤnne. Schon nach einigen Wochen konnte er ſich auf den Weg nach Altona machen, und wurde hoch erfreut, als ihm die Zeugniſſe ſeines Lehrers ſogleich einen Freytiſch ver⸗ ſchaften, und er bald darauf durch ſich ſelbſt eine Hausinformation erhielt, von deren Er⸗
trag


