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lernen durch die gemachten Fortſchritte im⸗ mer mehr und mehr vergroͤßert wurde. Mit der Grammatik hatte er ſich bald bekannt ge⸗ macht, aber ſeine lateiniſchen Stiluͤbungen und das Ueberſetzen lateiniſcher Schriften wurde ihm durch den Mangel an Woͤrter⸗ Kenntniß ſehr erſchwert. Dieſem Mangel abzuhelfen, nahm er, nach dem Rath ſeines Lehrers, das von Cellarius herausgegebene, bekannte Woͤrterbuch zur Hand, lernte Tag und Nacht, Blatt fuͤr Blatt auswendig, pruͤfte ſich nach dem angehaͤngten deutſchen Regiſter ſelbſt, ob er das gelernte genau und feſt gefaßt, und ſezte ſeinen Lehrer in nicht geringe Verwunderung„ als er ſchon nach drey Wochen mit der freudigen Nachricht zu ihm kam, daß er nun das ganze Buch, Wort fuͤr Wort, im Gedächtniß habe.
Etwa ein Jahr hakte er in Bredſtedt ge⸗ lebt und gelernt, als ihn ſein Rector eines Morgens zu ſich beſchied, und ihn ſo anre⸗ dete:„Mein lieber Sohn, nun kann ich ihm nicht weiter helfen, er muß ſuchen, auf eine groͤßere Schule zu kommen, und da rathe ich ihm, nach Altona auf das Gymna⸗
ſium zu gehen.“ Wie vom Blitze getroffen ſtand der wißbegierige, aber arme, Schuͤler vor ſeinem Lehrer. Bis jet hatten ihn ſeine
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