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len und Guten zu erwaͤrmen. In Ruͤckſicht der Methode, defolgte er mehr die neueren paͤdagogiſchen Grundſaͤtze, ohne jedoch ungepruͤft das Reue und immer Neuere anzunehmen, das oͤfters Maͤngel nur um andre Maͤngel tauſcht.— Da alle zu aͤngſtlich methodiſche Lehrform den geiſtvollen Lehrer in Feſſeln ſchlagen muß: ſo wurde ſie verbannt— Eben ſo ſuchte er bey den Schuͤlern alles zu entfernen, was die na⸗ tuͤrliche Lebhaftigkeit eines aufgeweckten Kopfs nnterdruͤcken konnte. Nicht durch Batteuxiſche Waſſerproben ließ er die jugendliche Waͤrme der Phantaſie erkalten, und verdarb nicht die Bluͤthen des Styls, welche von ſelbſt die kaͤlteren Jahre abſtreifen. So wandte er auch alle moͤg⸗ liche Mittel an, die erſchlaffte Geiſtesthaͤtigkeit eines Schuͤlers zu be⸗ leben, und gewiß gelangte er jedesmal zu ſeinem Endzweck,— wenn anders der Kopf des Schuͤlers noch einiger Thaͤtigkeit faͤhig war— Aber ein gluͤcklicher Erfolg war auch gewoͤhnlich ſeiner Bemuͤhungen Ende! und groß iſt die Zahl der treflichen Gelehrten und Geſchaͤfts⸗ maͤnner, welche aus ſeiner Bildung hervorgiengen!
Er war im Ganzen ſtrenge, allein es war weiſe Strenge, die ihres Zwecks nicht verfehlte; auch war ſie bisher, wegen der geringen Sittenverfeinerung der Studierenden nothwendig; denn die Sitten des academiſchen Buͤrgers und Schuͤlers gehen gewoͤhnlich Hand in Hand⸗
Sein ſtets wacher Eifer fuͤr Ordnung und Zucht, nebſt ſeinen tref⸗ lichen Lehrertalenten, erwarben ihm das hohe Anſehen, worin er bey den Schuͤlern ſtand— ſo wie ſein grader, maͤnnlicher Biederſinn ihm die Achtung und Liebe der uͤbrigen kLehrer des Paͤdagogs er⸗ hielt. Stets handelte er mit nuͤchterner Beſonnenheit, und wo es die Nothwendigkeit erheiſchte, mit unwandelbarer nicht ſelten uner⸗ bittlicher Feſtigkeit. Dieß erſchien freylich Manchen dictatoriſch und halsſtarrig— aber gewiß war beydes ſeinem humanen Herzen frend⸗ gewiß war es nur Aeuſſerung jenes feſten, auf beſſere Ueber⸗
C zeugung


