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hen Ton entgegen arbeiteten, Orden und Kraͤnzchen, dieſe Strebe⸗ pfeiler der Rohheit und Ignoranz unter Studierenden, verachteten, dagegen aber zur Kultur des Verſtandes der edleren Sitten einen Verein bildeten, aus welchen uns noch die Nahmen eines Hoffmann, Panzerbieter, Schleiermacher, Welker, Zimmermann⸗ entgegen glaͤnzen. So waͤhlte der edle Juͤngling nur Edle zu ſeinem Umgange! Daher galt er auch uͤberall als Mußer eines fleißigen, wohlgeſitteten jungen Mannes.—
Nach einem 2 jaͤhrigen Studium kehrte er von der Ludwigsacade⸗ mie nach Darmſtadt zuruͤck, wo er ein halbes Jahr verweilte, weil ihm auf Empfehlung ſeines ehmaligen Lehrers Wenk, welcher den talentvollen Juͤngling nicht verkannte, das Geſchaͤft uͤbertragen wurde, die Hofbibliothek(woran Wenk mittlerweile Bibliothekar geworden war) nach den Materien zu ordnen und einen Catalog daruͤber zu ver⸗ fertigen. Gewiß ein ſehr bildendes Geſchaͤft fuͤr den heranreifenden Gelehrten, ein Geſchaͤft welches das gluͤckliche Fortſchreiten ſeiner Kenntniſſe nicht wenig beguͤnſtigte; denn hier ſammelte er ſich aus allen Faͤchern die ausgebreiteten Litteraturkenntniſſe, welche man ſo ſehr an ihm bewunderte. Hierauf gieng er nach Erlangen, daſelbſt wurde durch die hiſtoriſchen Vorleſungen eines Reinhards die Neigung zur Geſchichte, welche Wenk in ihm angeregt, maͤchtig be⸗ lebt. Selbſt die Neigung fuͤr Matheſe und phyſicaliſche Wiſſenſchaf⸗ ten ſchien damals noch nicht erloſchen; denn noch hoͤrte er hieruͤber einen Succow. In der humaniſtiſchen Litteratur leitete ihn ſein Ge⸗
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