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ſo eingeweiht, daß die Liebe zu denſelben ihn nie wieder verließ. Die⸗ ſer wuͤrdige Lehrer ſcheint uͤberhaupt auf ſeine Geiſtesbildung den meiſten Einfluß gehabt, und die Neigung zum Lehrerſtande zuerſt in ihm erweckt zu haben. Wuͤrdig auf dieſe Weiſe vorbereitet, bezog er im 18ten Jahr die Univerſitaͤt Gieſſen, wo er ſich der Theologie zu widmen ſchien. Indeſſen weiß ich beſtimmt aus ſeinem Munde, daß er dieſer Wiſſenſchaft nie einen ſonderlichen Geſchmack abgewinnen konnte. Sein Hauptſtudium war und blieb die kectuͤre claſſiſcher Schriften der Griechen und Roͤmer, welchen er, als dem Vermaͤcht⸗ niß einer ſchoͤneren Welt, ſeine ganze Aufmerkſamkeit widmete. Dank⸗ voll erinnerte er ſich aber der Vorleſungen eines Boͤhms, Cartheu⸗ ſers, Hoͤpfners.(Beyde erſtere waren ſeine behrer in Philoſo⸗ phie, Mathematik und Naturwiſſenſchaften ,letzterer in Roͤmiſchen Alterthuͤmern.)
Die Lichtvollen, tiefdurchdachten Vortraͤge des unſterblichen Boͤhms ſchloſſen ſein Inneres kraͤftiger auf, es erwachte die Selbſt⸗ thaͤtigkeit ſeines Geiſtes, und mit ihr eine neue, hoͤhere Anſicht des claſſiſchen Alterthums,— Schoͤnheit und Wahrheit wurden jezt ſeine Idole, und als ein aͤchter Schuͤler der Alten, ſuchte er ſich ihre edlen, kraftvollen Gedanken zu eigen zu machen und auch darnach zu handeln. Dieß und ſein warmes Gefuͤhl fuͤr Freundſchaft, verbunden mit mun⸗ terer witziger Laune, lockte mehrere gleichgeſtimmte Juͤnglinge in ſeine Geſellſchaft, und es bildete ſich um ihn ein ſchoͤner Kreis von jungen, verdienſtvollen Maͤnnern, welche dem damals herrſchenden ro⸗
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