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nius, nicht Harleſens Vortraͤge weiter. Auch hier wohnte er den theologiſchen Vorleſungen der Profeſſoren Roſenmuͤller, Hufna⸗ gel und Seiler bey(lezterer nahm ihn ſogar in ſein Predigerſe⸗ minarium auf.)— Seine Wißbegierde kannte uͤbrigens keine Schran⸗ ken; denn jezt ergriff ſein feuriges Gemuͤth das Studium der orienta⸗ liſchen Sprachen. Sie gaben ſeiner Thaͤtigkeit einen neuen Schwung. Allein der Gedanke an die endloſe Muͤhe, es hierin nur zu einer ge⸗ ringen Fertigkeit zu bringen, verbunden mit der Ueberzeugung ihres unbedeutenden Nutzens fuͤr ihn„ kuͤhlten dieſe Neigung nach und nach gäͤnzlich ab. Er verließ daher die feurigen aber rauhen Muſen des Orients und warf ſich Hellas ſaufteren freundlicheren Chakitimnen nun waͤrmer und inniger in die Arme.
Seinen Entſchluß, nach Verlauf eines Jahres die academiſche Laufbahn zu endigen, und nach Hauſe zu kehren, wandelte folgende Veranlaſſung um. Der wuͤrdige Senior Hufnagel in Frankfurt, welcher ſchon laͤngſt den talentvollen Juͤngling ins Auge gefaßt und einer naͤheren Bekanntſchaft gewuͤrdigt hatte, waͤhlte ihn jezt zu ſei⸗ nem Reſpondenten, da er pro loco disputirte. Und hier erwarb ſich Roos durch ſeine Unbefangenheit und durch den Muth, womit er nach der Palme rang, Harlefens Beyfall in dem Grade, daß die⸗ ſer ſo lange in ihn drang, durch Annehmung der Doctorwuͤrde ſich das Recht zu offentlichen Vorleſungen zu verſchaffen, bis Roos ſich endlich ſeinem Willen fuͤgte, welcher gerade ſeiner Reigung nicht wi⸗ derſprach, inmal da ſeine mancherley Bedenklichkeiten durch die liebe⸗
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