Aufsatz 
Parerga Dinarchea et Thucydidea / Andreas Weidner
Entstehung
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VI 12:œ* ταντα υνιιέο υυμμυν diεασαιον εννα⁴dε&α ‿αονν, α 1νάçum dr0dν ρυνναdοe, 16dε&ιιαιο⁵ας deειαεινα. Die Unrichtigkeit der üblichen Construction, welche dtενκααον⁵ εlα als Infinitiy von dem weit voranstehenden 4ενκνασ abhängen läſst, hat, wie mir scheint, Usener(Jahn's Jahrb. 105, 744) evident nachgewiesen. Dagegen hann ich seinen eigenen Vorschlag νϑια dꝛ nicht billigen, weil dagegen das Urtheil des Nikias zu allgemein und un- bestimmt würde. Das überlieferte sνϑραs drückt den Gebensat⸗ viel schärfer und bestimmter aus. Nicht unmöglich ist es, daſs in sl»alo das ironische oluct zu suchen ist. Mit vollem Rechte hat ferner Usener an d³ς ρασα als Bezeichnung der Egestäer Anstoſs genommen. Wenn er aber dafür dοονσν ροdvorschlägt, so scheint mir die BezeichnungLandstreicher für die Gesandten der Egestäer ebensowenig zu passen als uyddcy. Die gewöhnliche Bezeich- nung ist dνονν εαρς⁴ ον, ecf. VI 11, 7. Auf die Leontiner dagegen palst sehr gut ꝓuyddoν, cf. c. 19; und warum Nikias nicht auch auf diese in seiner Rede sollte Rücksicht nehmen können, ist nicht leicht einzusehen. Der Indignation des Nikias würde entsprechen: Blε ι εο οσν εααάαρς⁴ οπ᷑[Yxal pya doen 100» ds.

VI 6: à⁴dνιοιασα ϑᷣ οαιτοdς ενμυιαάν łνsdratoν r04ge TrOdreg zal 71009 ℳℳ6 εκοο dιηα⁴ο⁵³εμνι Daſs die Gesandten der Egestäer, wenn sie die Atheuer zur Unternehmung der Expedition veranlaſsten, eben in Athen anwesend sein muſsten, ist durch das Wort F060etg selbst genügend ausgedrückt. Aber die Gesandten waren nicht blos in Athen anwesend, sondern traten auch vor dem Volke und zwar wiederholt auf, cf. c. 19. Es erfordert also Sinn und Concinnität: ο⁴λ⁴‿αeιςι πμάααννες ναα ττιοιεον εmρμιια⁵οιμενοε.

Die meisten Verderbnisse hat der Text des Thukydides erlitten durch Interpolation. Das Werk dieses Autors reizte durch die Schwierigkeit der Sprache und die Bedeutung des Inhalts zur Erklärung, und diese veranlaſste meist natürlich ohne Absicht die Interpolation. Freilich ist nicht alles Ueber- flüssige im Thukydides, nicht jede Tautologie an sich sofort eine Fälschung des Originals. Die rheto- rischen Künsteleien des Prodilos und Gorgias blieben nicht ohne Einfluſs auf die Sprache des Thukydides, cf. L. Spengel, Nurαeνοοωνν εεννιι 53 sq. Besonders ist die Sucht, durch synonyme Wendungen und Gegensätze die Gedanken zu erweitern, recht wohl zu beachten; auch das Bestreben, den gewählten Ausdruck näher zu erklären oder zu rechtfertigen, ist eine von Pro- dikos überkommene Eigenthümlichkeit des Thukydides. Man prüfe nur die bereits von Spengel gesammelten Beispiele: I 69. 41. II 37. 62. I 122. III 39. I 82. 71. 141. II 89. III 30. 56. V 105. 111. I 84. Allein wenn zu einem gewählten künstlerischen Ausdruck der gewöhnliche ordinäre ohne allen Zweck sich hinzugesetzt findet, so haben wir allen Grund, Vorsicht zu üben und dem ernsten tiefen Schriftsteller nicht läppische Trivialitäten zuzumuthen. Wenn wir VI 72, 4 lesen: 1⁴αεꝙ ε εεανα☚ ταχ‿ τν πωα³υάαςοα⁴ασυν 1ση /αϑο ππνεεααdεαα d αστιmπά⁷⁷ αο⁸), 16v 1s 01A0 11 d6ντασνι ο ⁴ναονε⁴αe so sollte man meinen, daſs der Ausdruck des Thukydides ebenso klar und deutlich als kräftig und gewählt erscheinen sollte. Indessen die alten Gram- matiker hatten auch das Recht so gut wie die neueren, erklärende Noten zu schreiben, und nach Brauch und Sitte schrieben sie ihre Erläuterungen auf den Rand oder zwischen die Zeilen. Gewissenhafte Abschreiber, welche Text und Erläuterung nicht unterscheiden konnten, hielten es nun für ihre Pflicht, des Guten eher zu viel als zu wenig zu thun: sie schrieben was sie vorfanden alles ohne Unterschied herüber. Dann kam der dοσσνυ und klebte durch zal oder ds die disparaten Elemente zusammen. So findet sich an obiger Stelle in der Ueberlieferung einstimmig: 1⁴ëeα ³ε ⁴ϑ‿ααένναα να 1 πιοο ν τοσmάνο⁴υν u 1νν τουαορxeõ. Stahl, ein

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