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Das Sanitätsweſen im Kriege.
Es bleibt uns noch übrig, über das Sanitätsweſen im Kriege zu reden. Wenn ſeither ſchon die Quellen dürftig floſſen, ſo beſitzen wir hier noch weniger Nachrichten, und nur gelegentlich bei der Lectüre der Schriftſteller aufſtoßende Bemerkungen zeigen, daß auch das Mittelalter die Verwundeten nicht ganz im Stiche ließ. Muſterhaft für ihre Zeit ſind die Anſtalten der römiſchen Kaiſer, welche große Fürſorge für ihre Kranken bewieſen ²). Jede Legion hat einen medicus legionis und mehrere, wahrſcheinlich 10, medici cohortium, denen wiederum Gehilfen zur Seite ſtehen; ja es gab ſogar, wenn die Beſtimmungen, die ſich in der Taktik des Kaiſers Leo finden, praktiſch ausgeführt worden ſind, Abtheilungen im römiſchen Heere, welche ganz den Dienſt unſerer Sanitätsmannſchaften verſahen ²³). Leo befiehlt nämlich, daß dem Heere in einer Entfernung von 100 Fuß von den Kämpfenden je 8— 10 deputati, kräftige, unbewaffnete und muthige Männer folgen ſollen, um die vom Pferde Geſtürzten aufzuheben und den Verletzten den erſten Beiſtand zu leiſten. Sie ſind mit zwei Leitern ausgeſtattet, um die Verwundeten leichter auf das Pferd ſchaffen zu können, und mit einer Waſſerflaſche, um bei etwaigen Ohnmachten ihre Lebensgeiſter wieder zu erwecken. Für jeden Geretteten ſollen die deputati eine Geldbelohnung aus dem kaiſerlichen Schatze erhalten.
Leider ahmten unſere Vorfahren das Beiſpiel der Römer nicht nach, ſondern begnügten ſich, die Verwundeten zu Gattin und Mutter zu bringen, welche ſich nicht ſcheuten, die Verletzungen zu zählen und zu unterſuchen ²⁴). Die Leichtverletzten ſorgten für ſich ſelbſt oder wurden, wenn Frau und Mutter fehlte, von einem erfahrenen Kameraden gepflegt, der Gewandtheit und Ruf in dieſer Beziehung beſaß. Wie daher die Dichtung der Griechen den Podaleirios und Machaon preiſt, ſo ragte unter den Helden der Gudrun der ſtreitbare Wate allen übrigen an Kenntniſſen in der Heilkunſt voran:
„Er war der Heilkunſt kundig, man hat es längſt vernommen, — Erlernt hat es der Recke von einem wilden Weibe. Wohl friſtete der Kecke manchen ſchon am Leben und am Leibe.
*²) Näheres hierüber bei Kühn, de medicinae militaris apud veteres Graecos Romanosque conditione, 10 Pro⸗ gramme, erſchienen zu Leipzig 1824—1827.
²³) Der byzantiniſche Kaiſer Leo der Weiſe(886— 912) hat jedoch nur die Beſtimmungen des 582—602 regierenden Kaiſers Mauricius erneuert. Die angezogene Stelle in Leonis imperatoris Tactica c. XII§ 51 und 53(ed. Meursius, Lugd. 1612) lautet: 1190„G Tou roο⁹ 1eeu016» 6³, d droaryys, Lua dgogioys ua* udaοαa 878 rTh* a96³αφα̈ν rayãät ase Tous Aeyoνιεινοωυ⁹ς Oy»noxãroug, roðr' doτι roug 3rriεεετ⁴ds 10„ rOauνματιεμοσ⁴ινν droariwrdv. Kal zaradr’detg ouea 7 oena a69s εμμα ν H*⁶ν dν rod aurod rdꝓpνοατ ο⁸ 3Aρod u⁴ yopyodðg dvνeu daᷣdo ous 6 eioyr as 0ιςαν εν d& dad dumτν π Gν To*g 761018 rdpαεν doloον⁵εεν, lya roug u ralg SpurAoualg Toν ο⁵ςαμο dςσᷣ π ε‿u⁸ Tixer at, rauntarioitous iætitdννουςσ να⁵erovras dmd raν lgaoy wal u¹ dupaεεενous ⁴½esa dvalsyovrau zad aeH*οο rat, lya ναraearodrat dad rys deur raHardsεας 01 d1¹ pevyqtoi drgareierato ual u ry 0 2iꝓο⁸εaα 72 THaufea- roy diaροεlsονaν, al lra ol diaαςρονes aurodg Aau-dνυιν υνν ⁸⁷‿νυο ded rob anuteiou Ti8 Hadtheias ud» vard sva dνᷣα᷑τoν rραid νν J4α‿ςμοmνεννο gag aurd„6†u⁴ναμαα εν. 8§ 53: lva 6. 2u6dν& a τν dπ᷑π dra aiενοτσ o re Aey*ο, yrd raro*„0l oi rOauναατεο&νμεννο τdr‿ aαo οi dad rv lraov aixrovres aεaor 4iy, lyao ο dνπ raros Td Sio ora das eis 16 dιστεε usos Iie StAag Ty rodr, dri uiαeν a9G 15 een orovpgi„ ul Ti„ 4rεᷣαeν r0‚ 75 oaισνονουενεν, Lwa drav 11441oναρν o dευ da rod larou dεονμνκα ναι, 216„ did 1G avã das ris 4uανρο‧σέν, 44 Sed 1⁷ν dre*aς dueν⁹ς drεονεa, drαeνμαςον ενν rors Aeyonεus dhrordroug eis ladseta 1dοο Sadrägerv did rodg o⁴ddνες Atro⁵uodvrag r9auvnariag.
1⁴) Tac. Germ. 7:'ad matres, ad conjuges vulnera ferunt, nec illae numerare aut exigere plagas pavent.


