18 simulter(Nonius S. 116 G.; Plaut. Pseud. 1, 3, 148) neben similiter, faculter(Fest S. 87 M.) neben faciliter, difficulter neben difficiliter. Fleckeisen vertheidigt zwar gegen Ritschl Leipz. N. Jahrb. Bd. 60, 253 und Bd. 61, 58 insuliamus(Plaut. Mil. Gl. v. 279) und ähnliche Formen, aber, wie ich glaube, nicht mit Recht. Auch simul und facul beweisen einen derartigen Ueber- gang des i in u nicht. Daſs bei simul das u aus o hervorgegangen ist(vgl. S. 12), steht fest, und bei facul sind wir berechtigt, dieses anzunehmen, zumal uns die Form facoletatem in einer zwar späten, aber die alterthümliche Sprache offenbar nachahmenden Inschrift erhalten ist(Gruter 1056).
An sölus lehnt sich solox in derselben Weise an wie ferox an ferus. Seine Bedeutung ist dicht, crassus(Fest. S. 301 M.) und lana solox nichts anderes als oua—m Axvy.
Auch solea ist von diesem solus ausgegangen und gebildet wie cavea von cavus(vgl. Varro L. L. S. 9 M.). Ihm zur Seite steht das deutsche Sohle, goth. sulja, welches sich enge an das oben(S. 12) angeführte suljan anschlieſst. Es bezeichnet ebenfalls etwas Festes, namentlich eine feste Unterlage wie Geτειοσιιαια, ϑέιιεw. Bei Festus S. 301 M. heiſst es Solea, ut ait Verrius, est non solum ea, quae solo pedis subjicitur, sed etiam pro materia robustea, super quam paries craticius extruitur.
Solium scheint ebenfalls zu der Wurzel sol zu gehören und nicht zur Wurzel sed, deren d, wie ich schon oben(S. 7) sagte, nie in l übergegangen ist, wenn nicht ein Laut- gesetz dieses verlangte wie bei sella, subsellium. Wahrscheinlich durch diese misverstandenen Bildungen veranlaſst, haben Varro L. L. S. 50 M. und Festus S. 340 M. solium von sedere abgeleitet. Daſs sie übrigens die Form sodium vorgefunden hätten, sagt keiner von beiden, und welchen Werth ihre etymologischen Vermuthungen haben, ist bekannt. Auch begreift man nicht, weshalb gerade sodium sich in solium sollte gewandelt haben, während man odium und ähnlich lautende Wörter unverändert lieſs. Daſs übrigens Verrius solium nicht von sedere ableitete, geht deutlich aus Festus S. 298 M. hervor, wo dieser, Verrius widersprechend, sagt Quae a sedendo potius dicta videntur, quam a solo. Auch Servius Virg. Aen. 1, 506 deutet das Wort nicht so, indem er sagt Solium proprie est armarium, uno ligno factum, in quo reges sedebant propter tutelam corporis sui, dictum quasi solidum. Modo jam abusive sellam regalem intelligimus. Mich dieser Auffalsung des Servius nähernd, nehme ich an, daſs solium in der- selben Weise aus der Wurzel sol hervorgegangen ist wie odium aus od. Als Substantivum mit der Endung ium muſs es zuerst den abstracten Sinn Aufrichtung, Feststellung gehabt haben und dann concret für etwas Aufgerichtetes, Festgestelltes gebraucht worden sein, wie odium sowohl das Haſsen als auch das Gehaſste bezeichnet. Unser Stuhl ist ähnlich nicht vom Sitzen, sondern vom Stellen genannt(Grimm Gr. 2, 41).—
Nun komm' ich zu dem letzten der oben genannten Wörter, zu sölus. Nirgendswo sonst wüſste ich es unterzubringen, und selbst wenn ich mich auſser Stand fühlte es begrifflich zu erklären, würde ich es dennoch hierher ziehen, freilich mit dem Geständnis jenes nicht zu können. Auch das berechtigt uns nicht, es von der Verbalwurzel sol zu trennen, daſs es wie unus und totus Theil nimmt an der pronominalen Genitiv- und Dativbildung ius, i. Warum sollten Adjective, die ihrem Begriffe gemäſs sich den Pronominen nähern, nicht eben so gut manches von deren Eigenthümlichkeiten annehmen, wie ächte Pronomina von Adjectiven? Daſs solus eigentlich als Adjectiv anzusehen ist, beweist schon das davon abgeleitete solitudo, solitarius, desolare. Wer meiner Erörterung des Wortes sollus gefolgt ist, wird bereits gemerkt haben, daſs sie auf eine Identität von sölus und sollus hinausläuft. Und diese nehme ich in der That an. Dalſs man darauf bedacht gewesen ist, die weit auseinander liegenden oder vielmehr ent-


