Aufsatz 
Über consul und consulere nebst einem Anhang über famulus und familia / Johann Heinrich Hainebach
Entstehung
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schaft stehen, da Homer nur die Form oblos ohne spir. asp. hat und zwar mit den unverkenn- baren Zeichen des 7(vgl. Il. 2, 6; 8) und öog sich daraus entwickelt hat wie 5003 aus oboog. Es gehört wohl zur Wurzel fal(&-†d⸗-), lat. val-eo und sein Sinn ist gedrängt, dicht, fest (vgl. ιυνκνοσ). Daraus ist wie bei sollus der Begriff ganz hervorgegangen. Schon der Umstand mülste uns abhalten an eine Verwandtschaft des sollus mit ö1og zu denken, daſs wir dann zu einer ursprünglichen Form 040g gelangen, die unvereinbar mit dem vorhandenen 0 ¹%g ist. Eine interessante Superlativform des Wortes sollus ist in sollistimus oder solistimus erhalten, welches mit sinistimus(Festus S. 74 M.) auf gleicher Linie steht(Corssen Kr. Beitr. S. 314), und etwa unserm vollkommenst entspricht. Daſs man geneigt war, sollus zu schreiben und demgemäls zu sprechen, hatte seinen natürlichen Grund darin, daſs man es von solus unter- scheiden wollte. Ganz ähnlich wie sollus ist mollis gebildet, nur daſs es nach einer andern Declination geht. Es stammt von molere zermalmen, und das Zermalmte ist einestheils das Unzählige(S. 11), anderntheils das Feine, Zarte, Weiche(vgl. zονν und namentlich das hebr. p). Die beiden l mögen auch hier ihren Grund in môöles haben. Diejenigen, welche mollis auf sanscr. mydu zurückführen wollen, wie Bopp(Vgl. Gramm. 3, 385), M. Müller(Vorl. 2, 310), Pott(Etym. Forsch. 11¹, 245), Corssen(Beitr. S. 323), haben zunächst mit dem lat. mordeo und dessen Bedeutung zu rechnen denn dieses entspricht der jenem mrdu zu Grunde liegenden Wurzel und dann ist rd, wie mordeo selbst, sordeo, ordo, arduus, surdus beweisen, eine im Lateinischen ganz gewöhnliche Lautverbindung, für deren Verwandlung in II erst Beispiele gebracht werden müſsten. Vgl. auch S. 9.

Sölum ist das substantivisch gebrauchte Neutrum eines der Wurzel sol entsproſsenen Adjectivums, das auf gleicher Linie steht mit dem unselbständigen volus und mit dem fem. mola. Es läſst sich vergleichen mit cavum, vadum, jugum. An Bildung und Begriff ähnlich ist es dem oben(S. 4) besprochenen torrum und terrum. Es bedeutet zunächst das Feste, wie terra und terrum das Trockne, dann Land, Grund, Boden(vgl. S. 4). Als Adjectivum mit der bei soleo entwickelten Bedeutung häufig, und zusammengesetzt mit in überliefert es uns Nonius S. 85 G. Insolum, insolitum(vgl. infrequens). Für das fem. dieses Adjectivs halte ich insula, bei dem ich ein früheres o an der Stelle des u wohl annehmen, aber historisch nicht nach- weisen kann. Es bildet den Gegensatz zu continens sc. terra, dem Festlande, und bezeichnet ein nicht zusammenhängendes, vereinzeltes Land in begrifflicher Uebereinstimmung, wenn auch nicht mit unserm Eiland, so doch wenigstens mit dem mhd. einlant, ein compositum von ein= einzel und Land(Grimm Wb. unt. d. W.). Auch die andere Bedeutung von insula, isolierte Wohnung, erklärt sich auf diese Weise leicht. Man braucht nur sedes oder domus zu ergänzen wie bei regia. Daſs bei Insel der Begriff der Vereinzelung der vorherrschende ist, sehen wir selbst aus dem eben gebrauchten isolieren, dem insula seine Entstehung gegeben hat(vgl. engl. insulate). Die beliebte Ableitung von in salo ist schon um deswillen unstatthaft, weil in lateinischen Wörtern a und i vor l nur dann in u übergehen, wenn auf l unmittelbar ein Consonant folgt, z. B. insulsus, conculco, adulter ¹⁵), insultum, insulto, facultas neben facilitas, simultas neben similitas,

¹5) adulter leitet Festus S. 22 M. richtig von alter ab mit den Worten Adulter et adultera dicuntur, quod et ille ad alteram et haec ad alterum se conferunt. Es sagt demnach so viel als ad alteram accedens, non ad suam. Gebildet ist es wie pereger, nur daſs dieses nach der 3. Decl. geht, und adultero läfst sich mit peragro vergleichen. Dieses bedeutet zunächst über Feld, über Land gehen, jenes zu dem oder der Andern, zu dem oder der Fremden gehen(vgl. aeldς‿ᷣe und ar A⁶⁴εςι). Aehnlich wird im Hebräischen der Ehebrecher und die Ehebrecherin mit einem Worte bezeichnet, welches eigentlich der und die Andere bedeutet p. dop.

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