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kann natürlich nicht in Betracht kommen, eben so wenig die passive Form von solor und consolor, zumal die active noch erhalten ist(vgl. Struve Lat. Decl. u. Conj. S. 121). Dem Sinne nach verhält sich söleo zu sölo wie pendeo zu pendo, jaceo zu jacio, candeo zu cando (accendo), und zu sölor wie sédeo zu sédo, liqueo zu liquo, clareo zu claro. Wie viele verba der zweiten Conj. intransitive Bedeutung haben und einen Zustand ausdrücken, während die nach der dritten und ersten Conj. gehenden Formen den transitiven oder causativen Begriff haben, ist eine bekannte Sache. Solor und das durch con verstärkte consolor bedeutet zunächst fest machen, stärken und dann, vom Geiste gebraucht, ermuthigen, trösten, ganz wie confirmo z. B. Caesar B. G. 1, 33 Caesar Gallorum animos verbis confirmavit; ebends. 7, 77 Si illorum nuntiis confirmari non potestis. So verhält es sich auch mit unserm trösten und getrost, mit dem französischen conforter und confort. Wie solor fest machen, so bedeutet soleo, worauf auch das davon abgeleitete solidus hindeutet, eigentlich fest sein, und daraus hat sich dicht, häufig sein, das Gegentheil von raresco, entwickelt. Den Zusammenhang dieser Begriffe zeigt uns sειπκε³⁴os, muxνς, d⁶ινος,&‿ασσοσοντεανοοο, άαια, ανορασραemς, dννeri, lat. densus, creber, frequens, frequento, unser dick und dicht im Althochdeutschen und Mittelhochdeutschen(vgl. Grimm Gr. 2, 42; Weigand Wb. unt. dicht). Demnach ist soleo in dem Sinn von häufig sein, häufig thun zu nehmen, wie frequento, dauεςωι Hom. Od. 8, 451 O ι*νια⁴έειοωμεμες ε dνειεεν(nihil solebat curari). Daſs im Griechischen das partic. und nicht der Infin. steht, liegt in der Natur dieser Sprache. Ganz ähnlich dem soleo ist das hebr. im Hiph. gebraucht, z. B. e& H (et frequens fuit iram suam avertere). Bei dieser Auffalsung des verb. soleo begreift man leicht dessen Construction mit cum Plaut. Cist. 1, 1, 38 Viris cum suis praedicant nos solere, und ist nicht genöthigt, ut soleo, ut solet, quod solet durch eine Ellipse von facere oder fieri zu erklären. Daraus erhellt auch der Unterschied zwischen ihm und consuesse, welcher darin besteht, dafs solere bloſs ein häufiges Thun oder Geschehen, consuesse ein oft wieder- holtes Handeln aus innerer Neigung ausdrückt.
Solidus ist unmittelbar aus soleo hervorgegangen, wie olidus aus oleo, horridus aus horreo, torridus aus torreo, sordidus aus sordeo, und bedeutet fest, dicht, ganz. Wie sich diese Begriffe berühren zeigt oblog und ool, das engl. whole(sanus, totus), das ahd. ganz(valens, sanus, integer). So aufgefaſst, eröffnet uns solidus leicht das Verständnis von sollus, von dem Festus S. 293 M. sagt Sollum Osce totum et solidum significat. Das Wort ist mit unorganischer Verdopplung des l unmittelbar aus seiner Wurzel hervorgegangen, wie canus, cavus, fidus, vagus, sagus, jugus, parcus, scius, pius, ferus. Wie wenig die beiden l in Anschlag gebracht werden können, sieht man schon aus der schwankenden Schreibung der mit sollus zusammen- gesetzten Wörter sollers, sollicitus, solliferreus, sollicuria(Fest. S. 298 M.), sollemnis, während solitaurilia(nach Festus S. 293 M. ein Opfer, bestehend aus einem Widder, Eber und Stier ohne Wandel, ohne Fehl, wie Luther sich ausdrückt) nur mit einem 1 überliefert ist. Man erwäge ferner osc. mallus neben malus(Momms. U. D. S. 221), olim neben ollus und ollic (Fest. S. 196 M.), tolero neben tollo, milia neben mille und vieles andere der Art, was Schneider lat. Gramm. 1, 408— 420 und Corssen Ausspr. 1², 226 fgg. zusammenstellen. Sollus erscheint im Lateinischen nur in den genannten Zusammensetzungen und thut hier denselben Dienst, welchen das griech. 6äo- und das goth. all- z. B. ddαανοσov, goth. all-brunsts. Damit will ich übrigens keineswegs der allgemein verbreiteten Meinung beipflichten, daſs das griech. 510 oder gar das deutsche all dasselbe Wort wie sollus wäre. Es kann mit diesem in keiner Verwandt-


