Aufsatz 
3 Abhandlungen a) Über die hannövrischen orthographischen Regeln, ein Referat, b) Deus und Theos, c) Lucus / Johann Heinrich Hainebach
Entstehung
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finden kann, und es außerdem noch ein anderes, einfacheres Mittel gibt, es zu erklären. Mich auf den häufigen Wechsel des g und c stützend, stell' ich es, ohngeachtet des anscheinend ganz verschiedenen Sinnes, mit lug-ere zusammen, zu dem es sich formell verhält wie sug-ere zu suc-us, dessen Schreibung mit einem c allein begründet ist(vgl. Corssen Beitr. 27). Dad aber sucus zu sugere gehört, ist um so weniger zu bezweifeln, als sich auch im ahd. ein aus sügan(saugen) geflossenes suc(humor, Graff VI, 135; 169) findet, übereinstimmend mit engl. suck.

Eh' ich aber weiter gehe in der Entwicklung meiner Ansicht, mud ich einen Blick auf das goth. liugan(mentiri, nubere) werfen, das ich mit lugere zusammenstelle, trotz der an- scheinend ganz heterogenen Bedeutung und trotz der Verletzung des Gesetzes der Lautver- schiebung, welches an der Stelle eines lat. g ein goth. PS verlangt. Was den letzteren Punkt anbelangt, so findet dasselbe bei dem erwähnten ahd. süg-an(goth. siugan?) gegenüber dem sug'ere statt, eben so bei goth. biug-an(flectere) gegenüber dem sanskr. b'ug(id.), lat. fug-io, gr. gsοxpr-ο, dessen ursprüngliche Bedeutung inclinare, 2lreνν d. i. 0 πGQ)ò slg ꝓby**, droνα- Osiy gewesen sein muß(vgl. Hom. Od. 9, 59 II. 5, 37; 14, 510; Eustath. 1614, 43; Hes. Ilα, πσαχ⁴ τνυνε5α⁴αάςμέεμνμωιν Q‿‿ναν, erOε«ναυντο, deeeus 7c). Ueberhaupt aber stockt die Lautverschiebung öfters, wenn am Ende der W ein g steht, was ich hier nicht weiter aus- fuhren kann. Darf ich nun dem lugere das goth. liugan mit demselben Rechte an die Seite stellen, wie dem sug-ere, goth. siug-an? ahd. süg-an, dem fug-ere, goth. biug-an, so fragt es sich zuvörderst, wie die weit auseinander liegenden Begriffe des goth. liugan(mentiri, nubere) sollen in Einklang gebracht werden. Den Weg dazu hat J. Grimm in der Vorrede zu Schulze's goth. Wörterbuch S. 13 gezeigt, indem er verhüllen, verschleiern als Grundbe- griff ansetzt. So ist ja bekanntlich auch das lat. nubere, gr.»iεα†αᷣ zu verstehen, da die Braut dem Bräutigam verschleiert übergeben wurde, und das Wesen des Lügners besteht eben darin, daß er sich, sein Inneres, seine Gedanken verhüllt, während sein Gegentheil, der lνυονε(von d⁴ und Auννιοeςρσ wie ndc von d und deν⁴υω) sie nicht verbirgt, sondern offen an den Tag treten lägt. Gehen wir von verhüllen aus, so bieten sich uns die Begriffe, welche lugere und lucus vermitteln, ungesucht dar. Sie sind verdunkeln, trüben, betrüben. Diese Erklärung von lagere durch betrüben empfiehlt sich um so mehr, als trauern eine abgeleitete Bedeutung hat. Auf diese Weise finden auch lu und 40( ꝛG Etym. M. 356, 52; 571, 23), Ay c*οg, 1u068, Aevyadleog u. a. ihr bequemes Unterkommen. Sehr beachtenswerth sind die Worte, mit welchen Hes. Auyxlog erklärt. Sie sind eοτεεν⁶ς, Guνys⁸, d6 4409, dxν, und zu dem adv. uyαςα fügt er noch 4e4⁷1 96. Sie werfen ein helles Licht auf die oben stehende Begriffs- entwicklung und selbst dem deutschen Lügner steht jenes d64⁶ο, 14 g nicht fern. Während aber im griechischen sich neben dem übertragenen Begriffe der Prübniss, Trauer der eigent- liche der Dunkelheit noch oft genug geltend macht, zeigt er sich im lateinischen, abgeschen von lucus, meines Wißens nur noch in einem Worte. Dieses ist luscus. Es hat sein g ver- loren(vgl. fulmen, fulsi u. a.) und steht für lug-scus, wie musca für mug-sca, welches von mug-io, sanskr. mug(sonum edere, mugire) gebildet ist und die summende, brummende bedeu- tet, ähnlich wie Bremse von ahd. breman(fremere, rugire). Eben so scheint vascus(vacuus) für vacescus zu stehen und die Bildungssilbe scus sehen wir auch bei priesceus. Der Sinn von luscus ist zunächst dunkel, dann blind, sei es auf einem oder auf beiden Augen(vgl. 2υασ⁶†ς dεαιαα, blind in Grimmys⸗ Wb.). Auch caecus vereinigt die Begriffe dunkel und blind, und das ihm im goth. genau entsprechende haihs(Grimm Gr. II, 16) bedeutet einängig. Ein sehr