23 merkwürdiges compos. von luscus ist luscinia, welches für luscicinia steht, wie stipendium für stipipendium, veneficium für venenificium, cordolium für cordidolium. Der zweite Bestandtheil des Wortes ist ein aus canere gebildetes adj., dessen fem. als subst. bei Fest. 337 M. vor- kommt in dem compos. sincinia, cantio solitaria(vgl. industria fem. von industrius und zugleich subst.). Luscinia ist demnach die Sängerinn im Dunkeln in schönster Uebereinstimmung mit der deutschen Nachtigall, der Nachtsängerinn(vgl. S. 7).
Können wir nun, dieser Untersuchung zufolge, für lugere unbedenklich den Begriff ver- dunkeln in Anspruch nehmen, und lucus, d. i. ein dunkler, dicht bewaldeter Ort(vgl. opacus, 0xε⁴⁴eς), mit demselben Rechte von lug ableiten wie sucus von 1 sug, so steht meiner Deutung des Wortes lucus weder von Seiten des Begriffes noch von Seiten der Form irgend etwas im Wege.
Nur noch ein Wort bleibt mir zu sagen übrig über das deutsche Loh, mhd. loch, welches J. Grimm und andere mit lucus zusammenstellen. Meiner Entwicklung gemäß kann es, vorausgesetzt daß das ch im Auslaute feststeht, mit ihm nicht verwandt sein. Aber ganz abgesehen davon, läßt es sich viel natürlicher mit mhd. loch(septum, latibulum, caverna, foramen) in Einklang bringen. Dem Begriffe nach ist es zu erklären entweder wie das aus Hagen entstandene Hain, oder wie das griech. 46 X(latibulum, dumetum).


