Aufsatz 
3 Abhandlungen a) Über die hannövrischen orthographischen Regeln, ein Referat, b) Deus und Theos, c) Lucus / Johann Heinrich Hainebach
Entstehung
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diibus, dibus(Schneider lat. Gr. II, 1, 68); der umbrische voc. di(Aufrecht und Kirchhoff Umbr. Denkm. p. 136). Wirklich erhalten ist uns noch der nom. sing. dius in dem alter- thümlichen dius fidius, d. i. deus rrεασατπσασο(Aufr. u. Kirchh. Umbr. Denkm. p. 188, 189; Lach- mann Lucr. p. 227; Ritschl decl. rec. p. 22 progr. 1861). Der Uebergang des i in e zeigt sich schon bei diesem dius fidius, neben welchem auch deus fidius vorkommt. Aber während bei diesem den Römern selbst dunkel gewordenen Ausdrucke das i sich noch siegreich behauptet, erscheint deus in der lateinischen Sprache, wie sie uns vorliegt, nur mit kurzem e an der Stelle des ursprünglichen, langen i, wenigstens vor a, o, u. Alle diese Vorgänge stehen übrigens bei deus nicht vereinzelt da, sondern finden sich bei zwei gewiss eben so alten Wörtern ganz in derselben Weise wieder. Diese sind das pron. i-s und das verb. i-re. Hier wie dort derselbe Uebergang des wurzelhaften i in e vor a, o, u, bei ire auch dieselbe Verkürzung des in e verwandelten langen i. Zur leichteren Uebersicht stelle ich diese drei Wörter nach ihren in Rede stehenden Aehnlichkeiten neben einander.

dii, di ii, 1(Ritschl prol. Plaut. p. 98)(ivi), ii diis, dis iis, Is(ibid.) jisti, isti diibus, dibus ibus(Lachmann Lucr. p. 262) ibo deam eam eam deum eum eunt deo e0 eo

Selbst einen mit is übereinstimmenden nom. s. Dis, nicht verschieden von dem griechischen Alg(Abrens dial. dor. 241) hat es gegeben. Auf einen solchen weist, das compos. Dispiter hin, ähnlich gebildet wie Marspiter oder vielmehr Maspiter(Priscian Hertz p. 229), Ueber dieses Dispiter vgl. Lachmann Lucr. p. 226; Ritschl decl. rec. p. 22. Dem nom. s. dius können wir zwar kein ius gegenüberstellen, aber eine solche Form setzen die sämmtlichen nach der ersten und zweiten Declination gebildeten casus dieses pron. voraus, und der oskische Dialekt setzt sie außer Zweifel. Denn hier findet sich noch mit dem erhaltenen ursprünglichen i der nom. s. f.-k= ea-ce, der acc. s. m. ion-k= eum-ce(Mommsen Unterit. Dial. p. 264, 265; Osk. Stud. p. 43). Jenes mit Nothwendigkeit anzunehmende ius verhält sich zu is, wie alius zu dem alterthümlichen alis(woher alid, aliter, alibi, aliubi dagegen von alius), nur daß hier die erweiterte Form alius, dort die einfachere is üblich geworden ist. Dad aber is und alis die ursprünglichen Formen sind, beweist, abgesehen von allem übrigen, die genaue Uebereinstim- mung des goth. is, unser jetziges er, und alis(Grimm Gr. III, 61), noch erhalten in dem Worte Elend(statt El-lend), ahd. ali-landi d. i. solum alienum, ex-silium, miseria.

Durch die bisherige Untersuchung glauben wir zu dem sichern Resultate gelangt zu sein, dad dius die frühere Gestalt von deus gewesen ist. Demnach hätte sich deus im Laufe der Zeit als subst. von dem adj. dius abgezweigt, welches ursprünglich wie divus nicht nur adjec- tivisch, sondern auch substantivisch gebraucht wurde. Hervorgegangen ist dius aus eben diesem divus, das völlig übereinstimmt mit dem oskischen deivai, d. i. divae, deae(Momms. Unterit. Dial. p. 128; 254), mit sanskr. déva(lucidus, divinus) d. i. daiva, und das dem griech. d⁷εs, diog, wofür man deifog, deiog erwarten sollte, ganz nahe steht. Das wurzelhafte v hat dasselbe eingebüßt wie Gäius für Gävius, Gnaeus für Gnaevus(Schneider lat. Gr. 1, 1, 361; Momms. Unterit. Dial. p. 253). Dieser Verlust des v muß auch bei dem oben erwähnten Dis für Divs, wie bôs für bovs, angenommen werden, hier freilich aus einem zwingenden Grunde, da vs nicht zusammenstehen konnte.