Aufsatz 
3 Abhandlungen a) Über die hannövrischen orthographischen Regeln, ein Referat, b) Deus und Theos, c) Lucus / Johann Heinrich Hainebach
Entstehung
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§. 8, 4 wird al als Endsilbe aufgeführt und Nachtigal als Beispiel beigefügt. Eine solche Endsilbe gibt es aber im neuhochdeutschen nicht und Nachtigal, ahd. nahti-gala ist ein compos. aus Nacht und Gala(die Sängerin), wovon das Wurzelverbum galan(singen) sich noch im angelsächsischen und nordischen erhalten hat(Grimm Gr. II, 9; Graff IV, 178). Grimm (Gr. I6, 220) und eben so Müller(mhd. W.) schreiben das Wort mit Recht schon im nom. mit Il(vgl. Marschall, Seneschall).

Eben daselbst heißt es,-in solle als tieftonige Endsilbe mit einem n geschrieben werden, also Königin, Löwin, aber Königinnen, Löwinnen. Ich begreife nicht, warum Königin, dessen iin nicht anders lautet als in Anbeginn, wegen des Tieftones ein n haben soll und Königinnen zwei n, da in hier wie dort tieftonig ist. Berücksichtigen wir unsre Aussprache und wollen wir konsequent verfahren, so müßen wir im sing. wie im plur. zwei n setzen. J. Grimm schreibt selbst im sing. ein n, macht aber(Gr. II, 321) die Bemerkung: Einige schreiben auch im sing. inn

§. 9 werden die Wörtchen in, hin, bin, an, man, mit zu den tonlosen gezählt. Dahin gehören sie aber eben so wenig als Sinn, kann, Mann, Ritt. Es läßt sich von ihnen weiter nichts sagen, als daß die Schrift die Verdopplung unterlaßen bat.

IV. Schreibung einzelner Buchstaben. 1) ph und f v.

Eigenthümlich ist es, dag unsre Sprache die aspir. der Labialen auf diese drei verschiedene Weisen ausdrückt. Ihrer Entstehung und Aussprache nach unterscheiden sie sich nicht von einander und sie entsprechen alle einem goth. f und, dem Gesetze der Lautverschiebung ge⸗ mäh, der lat. und griech. tenuis, z. B. Fud, goth. fot-us; lat. ped-s, pes; griech. 2 ‿έ‿-9ꝗ, Troue; Vater, goth. fa-dar; lat. pa-ter; griech. TTæ-*ν. Ein nicht zu unterschätzender Vortheil wäre es, namentlich für die Jugend und den Ausländer, wenn wir die drei Zeichen auf das eine f reduzieren könnten, was auch J. Grimm's Wunsch ist(Gr. I, 525). Da dieß jedoch vor der Hand nicht gut angeht, so wollen wir uns bescheiden, in deutschen Wörtern wenigstens das ph abzuthun, also Adolf, Rudolf schreiben.

Was den Gebrauch des f und v anbelangt, so läßt sich darüber nur so viel sagen, dad jenes vor u-Lauten(Fuò, Feuer, führen), vor ei(Feier, fein), vor I und r(fliegen, fragen), meist auch vor a(fangen, fahren, fallen, aber Vater) eintritt. Vor andern Vocalen findet sich bald f, bald v in ziemlich willkührlicher Weise. In- und auslautend kein v, ausgenommen Frevel und einige Fremdwörter.

2) dt.

Diese Buchstabenverbindung ist nur dann beizubebalten, wenn d zur Wurzel und t zur Endung gehört, z. B. gesandt, beredt. Falsch steht dt in Brodt, Schwerdt, Erndte; den beiden erstern kommt nur ein t zu(Grimm Gr. II, 228; Weigand Wörterb. unter Brot), dem letzte- ren eigentlich ein d(Grimm Gr. II, 252; Benecke mhd. W. I, 61), aber Grimm selbst schreibt es in seinem deutschen Wörterb. ebenfalls mit einem t. Auch todt und tödten sollte, wie§. 11, 6 richtig angegeben wird, nur mit t geschrieben werden(Grimm Gr. II, 262), tödlich und 933 krank mit d wegen ihrer Entstehung aus Tod(Grimm Gr. II, 568; 1, 220). Ueber Schmidt s. S. 7. Nur in Stadt wird sich dt sobald nicht verdrängen laden.