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ventus) und Mahlstätte, mählich s. allmählich, Mohn, mühen, nah und nahen, nähen, Oheim oder Ohm, Rahe, rauh, Reh, reh(rigidus), reihen(reoαtvο, sero) ursprünglich starkes verb., Reihe(series) und reihen(disponere), Reihen(series, x⁹Gσ) neben Reigen(vgl. Grimm Gr. I3, 182; Wackernagel altd. Wörterb. S. 232), der Reihen(Fußbiege), Reiher statt Reiger, Ruhe (mhd. ruowe), Schlehe, schmähen, Schuh, Schweher, sehen, seihen, spähen, sprühen(Grimm Gr. II, 240), Stahl, Thon statt Tohn(mhd. dahe), Thräne neben Trähne(mhd. trahen), Truhe Uhu, vermählen vgl. Gemahl, Vieh, wehen, Weihe(milvus), Weihe(consecratio) und weihen, Weiher(vivarium), wiehern(mhd. wihelen), zäh, Zähre, Zehe, zehn, zeihen, ziehen.
Die Wörter befehlen und empfehlen, Brühl, drohen, Föhre, froh, früh, kahl, Krähe, Kuh, Mähre(equus), Mehl, roh, Sahlweide, Stroh, Thüringen, Uhr, weh hab' ich weggelaßen, weil bei ihnen h nicht organisch, sondern Dehnungszeichen ist. Ueber befehlen vgl. Grimm Gr. 5 216. Es verhält sich offenbar zu mhd. bevelhen wie schel zu mhd. schelch(schelh). So hat auch Mähre mhd. march(marh) das auslautende h nicht in unbegreiflicher Weise in die Mitte genommen, sondern abgeworfen, in Uebereinstimmung mit Marstall, Marschall(vgl. ahd. marahscalh und marscalh), und ebenso ist es mit Föhre(mhd. vorhe), mit Sahlweide(mhd. salhe), das sein h nach l eingebüdt hat wie das eben genannte Marschall oder Marschal. Ueber drohen, Stroh, froh, roh vgl. Grimm Gr. I², 346. Uhr hat das anlautende h von hora abge- worfen wie mhd. urlei von horologium. Ueber weh vgl. Grimm Gr. IS, 217, über die noch übrigen Weigand's treffliches Wörterbuch.
4) th.
th ist nicht die Aspirate von t, wie ch die asp. von c(k) und ph(f) die asp. von p. Als solche kann th schon um deswillen nicht gelten, weil, wie wir später sehen werden, 0 diese Stelle einnimmt. Es steht außerdem in Wörtern, in welchen das ahd. und mhd. statt seiner die tenuis hat. Seine Entstehung verdankt es wahrscheinlich dem Umstande, daß man das Dehnungs-h von dem Vocal wegrückte und mit dem t verband, freilich wieder ohne Konsequenz. Man vgl. Theil mit Teich, Tag mit Thal, Muth mit gut und Blut. Manchmal bat es offenbar den Zweck, gleichlautende Wörter von einander zu unterscheiden, wie Hut (pileus) und Huth(pascuum), Thau(ros) und Tau(rudens), während man Thor(stultus) neben Thor(porta) hat stehen laden. J. Grimm sagt von ihm(Gr. I, 525):„Es läßt sich nicht bergen, dad sein Gebrauch unorganisch und ganz verwerflich ist.“ Vor der Hand, denk ich, wollen wir uns begnügen mit den Beschränkungen, die ihm in d. h. R. gegeben worden sind. Tadeln mu ich indes den ersten Satz:„Das th ist nur in wenigen deutschen Wörtern echt. So in Lothar, Lothringen, Thüringen. Echt ist th in keinem deutschen Worte, es müßte denn ein compositum sein, in welchem das t des ersten Bestandtheiles mit dem h des zweiten zusammentrifft, wie Lotrhar, Walt-her, Günt-her, Diet-her, deren har und her unser jetziges Heer ist(Grimm Gr. I, 344). Thüringen hat sich fälschlich für Düringen eingebürgert.
Unrichtig ist noch eine Angabe(§. 6, 7), dad Demuth mit Muth zusammengesetzt sei. Es ist wohl mit ihm verwandt, aber nicht damit zusammengesetzt, wie schon das Geschlecht zeigt. Es ist das ahd. deo-muott(humilitas), eigentlich fem. des Adjectivs deo-muoti(humilis). Vgl. darüber Grimm Gr. II, 256; 545.


